23. und 24.11.2010

24 11 2010

23.11.2010

San Juan gefällt mir nicht besonders, außerdem regnet es hier wie aus Eimern. Meine Hotelbetreiberin rennt die ganze Zeit fromme Lieder singend durch die Gegend und stopft mich mit meist recht leckerem Essen voll. Ganz nett aber auf Dauer doch etwas nervend. Hier tummelt sich auch fast alle Leute die ich unterwegs schon getroffen habe. Mir ist das inzwischen zuviel Rummel. Außerdem muss man zum Strand einen Shuttle nehmen, der wieder Geld kostet und außerdem ist man so sehr unflexibel. Bei Regen ist das nichts.

Also verbringe ich die Zeit damit mich auf den sechsten Grenzübergang vorzubereiten. Inzwischen schon fast Routine. Ich bekomme heisse Tipps wie ich am besten zur Grenze komme. Da ich noch zuviele Cordobas habe tausche ich einen Teil in US$ um. Außerdem gehe ich teuer westlich essen, anschließend gehe ich mir die Haare schneiden lassen und dann warte ich eigentlich nur noch, dass mir Inga über den Weg läuft. Irgendwann treffe ich sie dann. Sie will morgen abfahren. Wir verabreden uns für 19:00 Uhr. Inga kommt, teilt mir jedoch mit, dass sie aus Kostengründen, dann doch lieber noch in Nicaragua bleiben möchte. Oder ist es doch der Giggolo der sie hält? Keine Ahnung. Ich werde jedenfalls morgen Richtung Nicaragua aufbrechen, denn für einen weiteren Tag reichen meine Cordobas dann doch nicht mehr. Wir gehen noch was trinken, ich bin aber schon halb weg und der Rummel hier geht mir auch mehr und mehr auf den Kecks.

24.11.2010

So ich stehe pünktlich auf, gönne mir ein anständiges Frühstück, zahle brav mein Rechnungen und mache mich mit dem Chickenbus auf zum Grenzübergang Las Penitas. Der Grenzübergang ist der größte, denn die Interamerikana führt hier durch. Ein riesenaufgebot an Trucks, es ist dreckig, heiss und feucht. Überall gibt es Läden wo man was essen kann, ständig wird man von Geldwechselern, Taxifahrern, Busticketverkäufern und sonstigen Amigos angesprochen. Einen praktischen Helfer finde ich. Er gibt mir das Formblatt für den Grenzübergang und hilft mir. Wobei ich auch ohne seine Hilfe ganz gut zurecht komme. Dann muss man durch irgendwelche Tore, hundertmal seinen Pass vorzeigen. Hier ein Stempel, da ein Stempel, zwischendurch immer wieder Amigos die einem auf den Nerv gehen. Ich dachte schon, ich hätte die Immigrationsbehörde von Nicaragua hinter mir, doch ich muss noch mal irgendwo rein um einen Stempel zu erhaschen. In einer Bank im Niemandsland tausche ich dann meine letzten Cordobas in Colones. Nun reise ich mit Us$ und Colones. Die neue Währung ist mir unsympthatisch. Die kleinste Münze die ich bisher inb der Hand hatte war eine 500 Cordoba Münze. Die größte Note ein 10.000er Schein. Grauenvoll!

Bei der Ausreise lief alles glatt, wenn auch aufwändig. Vor der Costa Ricanischen Einreisebehörde stehen Verkäufer, die einem Bustickets verkaufen wollen. Diese seien wichtig, weil man ohne einen Weiterreisenachweis keinen Stempel bekommt. Ich habe aber gehört, dass dieser manchmqal garnicht erforderlich ist. Ich stelle mich in die Schlange, ohne Weiterreiseticket. Auf einem Schild wird ausdrücklich auf den Weiterreisenachweis verwiesen. Ich ignoriere dieses konsequent. Sonst muss ich mich halt nochmal mit einem Ticket anstellen. Ich bin an der Reihe. Die Grenzbeamtin stellt routiert die Frage nach dem Weiterreisenachweis. Ich gebe ihr zu verstehen, dass ich diesen nicht hätte, weil ich noch nicht genau weis über welche Route ich Costa Rica verlassen würde. Sie blättert durch meinen Pass und betrachtet jeden Stempel ganz genau. Sie fragt mich wie lange ich vorhätte mich in Costa Rica aufzuhalten. Ich sage nicht länger als fünzig Tage (max. Aufenthaltsdauer ohne Visum sind 90 Tage). Da die Konversation auf englisch erfolgte und es lat war, zwischen meinem Mund und ihren Ohren eine Scheibe war kommt es zu einem Kommunikationsproblem. Sie lächelt entspannt und sagt Okay. Ich schon ganz stolz denkend, na also, mit denen kann man doch alles prima regeln, nehme meinen Pass und lasse den nächsten ran. Folgenschwerer Fehler. Erst im Bus schaue ich in den Pass. Statt fiffty hat die gute Frau wohl fifteen verstanden und dies auch so eingetragen. Im Bus sitzt ein deutsches Päarchen, die morgen nach Deutschland zurückfliegen, sie haben 90 Tage erhalten. Sinn macht das nicht.

Aber als ich das sehe ist es zu spät. Costa Rica will mich nicht. Ich fahre weiter nach Liberia, von dort nehme ich gleich den nächsten Bus nach Playa Tamarindo. Im Hostel angekommen frage ich den Typen an der Rezeption. Er meinte, ich müsse ausreisen und wieder einreisen. Super, habe ich nicht vor. Oder ich müsse nach San José (Hauptstadt) und dort bei der Ausländerbehörde meine „Duldung“ verlängern. Habe ich auch nicht unbedingt vor. Mal sehen, so wie es aussieht werde ich Costa Rica dann schnell abhaken. Bin ich halt schneller in Panama und kann dort mehr Zeit verbringen. Das strapaziert auch meine Reisekasse nicht so sehr.

Aber ansonsten muss ich sagen. Man sieht den Unterschied wenn man nach Costa Rica hineinfäht, wesentlich westlicher, sehr schöne Landschaften und wesentlich sauberer als die restlichen Ränder die ich bisher bereist habe.



18. bis 22.11.2010

23 11 2010

18.11.2010

Zunächste betreibe ich Körperpflege, dann gehe ich landestypisch frühstücken. Es gibt Gallo Pinto (Reis mit Bohnen) dazu gibt’s Rührei und gegrillten Käse. Anschließend gehe ich zurück ins Hostel und erhalte frisch gewaschene Wäsche, dann treibe ich noch Sonnencreme auf, packe meinen Rucksack und mache mich auf zum Fähranleger auf die Isla de Ometepe.

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Die Fähre von Granada nach Altagracias (Isla de Omepte)

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Entspannte Atmosphäre auf der Fähre.

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Land in Sicht (der Vulkan Conception)

Nachdem das Ticket gekauft ist, habe ich noch eine längere Wartezeit, denn ich musste um 12 Uhr auschecken und die Fähre legt erst um 14:00 Uhr ab. Das Sonnendeck ist voll mit Rucksackreisenden. Zunächst erfolgt die Kontaktaufnahme zu einer Gruppe aus Frankreich. Diese sind jedoch sehr verschlossen, sprechen sehr schlechtes englisch und auch die Kommunikation in spanisch ist müsam, dann lerne ich noch eine junge Gruppe aus Münster kennen, die meiste Zeit verbringe ich mit Christina, einer älteren alleinreisenden Dame aus Rostock. Christina hat sehr viel reiseerfahrung, hat sehr hohe Ansprüche an ihre Unterkunft, bzw. sie ist bereit sehr viel Geld für ein gutes Hotel auszugeben. Ungefähr eine Stunde vor dem Anlegen, spreche ich Mike aus London an. Sofort entscheiden wir gemeinsam auf Hotelsuche zu gehen. Mike hat noch Ivan und Pamela aus Mexiko an der Hand, Christine schließt sich uns an und dann kommt noch Marcel der in El Salvador geboren ist, perfekt spanisch spricht, inzwischen aber in Los Angeles oder New York lebt. Plötzlich habe wir noch Holy – eine junge weibliche Begleiterin aus Colorado mit im Schlepptau. Das Ganze ist die bislang beste Gruppe mit der ich zusammen war. Insbesondere Marcel erweist sich als Organisationstalent. Mit noch einigen anderen nehmen wir ein Sammeltaxi und fahren nach Santo Domingo, ziemlich in der Mitte der Isla Ometepe. Bei der Hotelsuche haben wir Spass, bringen jedoch den Taxifahrer und die Hotelbesitzer an den Rande des Wahnsinns, weil eigentlich doch jeder eine andere Vorstellung hat. Marcel und Christina gehen in das teuerste Hotel des Ortes. Marcel besteht sogar auf eine warme Dusche. Der Rest entscheidet sich dann für das billigste. Ich teile mit ein Doppelzimmer mit Mike, somit wird es wieder günstigt. Ein schnuckeliges Zimmer.

Anschließend jedoch gehen wir in das beste Hotel Essen. Superteuer und auch nicht umwerfend. Hier treiben wir die Kellner an den Rande des Wahnsinns. Denn wir erhalten eine Rechnung für die gesamte Truppe, jeder will selbstverständlich separat bezahlen. Aber es kommt nocht besser. Die Rechnung ist ausschließlich in US$ gehalten, aber von uns wollen alle in Cordoba bezahlen. Also muss alles mühsam auseinander- und umgerechnet werden. Das Ganze mit diversen Irrtürmern, Missverständnissen und Diskussionen. Die Hotelbetreiben mögen uns offensichtlich nicht, denn als wir die letzten sind, wird schnell die Musik ausgeschaltet. Ivan zückt sein Ipod und wir sind wieder mit Musik versorgt, irgendwann geht dann in regelmäßigen Abständen das Licht an- und aus. Stört uns aber auch nicht. Irgendwan gehen wir dann doch in unser Hotel.

19.11.2010

Nachdem wir aufgestanden sind, entscheiden wir uns schon wieder zum auschecken. Unser Gepäck verstauen wir im Hotel und machen einen Ausflug zu den Hot Springs. Wir wollen erst laufen, Marcel will jedoch nicht und organisiert einen Pick Up der uns in die Nähe bringt. Während der Fahrt wird mir meine Mütze vom Kopf geweht und verschwindet irgendwo. Die Hot Springs erweisen sich als kalt.. Insbesondere Marcel, ist mit der Wassertemperatur nicht einverstanden, inszwischen ist er auch als Weichein verschriehen. Das Ganze erinnert an ein natürliches Schwimmbad. Dort treffe ich Lena und Jan, kurz danach treffe ich Inge aus Holland wieder. Wir tauschen uns ausführlich aus.

Inga empfiehlt mir ihr Hostel in Merida. Ich entscheide mich dorthin zu fahren, der Rest der Truppe will nach Moyagalpa. Ich trenne mich nach nur einem Tag von einer lustigen Truppe und fahre nach Merida. Die Straße ist schlecht, einige male bleibt der Bus sogar im Schlamm stecken. Aber die Fahrt ist schön. Im dunkeln komme ich in Merida an. Zum Hostel, das mir Inge empdohlen hat, muss man noch 5, 10 oder 15 Minuten laufen. Je nachdem wen man fragt. Also entscheide ich mich für ein anderes Hostel, das sehr einfach ist. Gleich nach Ankunft lerne ich Eveline und Birra aus Estland kennen, die ziemlich kurz in Nicaragua sind. Für den nächsten Tag buchen wir eine Tour auf den Vulkan Maderas.

Kurze Info zu der Isla de Ometepe. Die Insel ist durch Vulkaneruptionen entstanden, es gibt zwei Vulkane, die Kegel aus dem See emporsteigen. Der größere ist der Vulkan Conception (1610 meter höhe) und dieser ist auch noch aktiv. Der Vulkan Madera hat eine Höhe von 1394 meter im Krater befindet sich ein See. Die beiden Vulkane sind durch Lavaströme zusammengewachsen und bilden die Isla de Ometepe.

20.10.2010

Heute geht’s um 7:00 Uhr hoch zum Vulkan Maderas. Der weg führt durch dicht bewachsenen Wald. Es ist recht nebelig, was die Aussicht trübt. Der Weg ist superanstrengend. Der Boden ist matschig und jeder Schritt will gut überlegt sein. Nach einer halben Stunde sind meine Klamotten durchgeschwitzt und meine Brillengläser sind sowohl von Feuchtig beschlagen wie auch von Schweiß verscmiert, was mich dazu zwingt den Aufstieg ohne Brille zu bewältigen. Für den Aufstieg brauchen wir 4,5 Stunden. Oben angekommen hält sich die Begeistung in Grenzen, da die Sicht wegen des Nebels stark eingeschränkt ist. Wir nehmen unseren Mittagssnäck ein, ich wechsel mein T-Shirt und dann geht’s auch schon wieder runter. Der Abstieg ist noch heikler als der Aufstiegt. Das Wurzelwerk, was beim Aufstieg noch hilfreiche Stufen gebildet hat, erweist sich als Stolperfalle. Ständig rutsche ich aus und bin der langsamste. Die anderen profitieren von den Pausen die der Guide zeitweilig einlegt, damit ich nachkommen kann. Wenn ich angekommen bin, geht’s auch gleich weiter. Gelegentlich bieten sich schöne Aussichten, denn der Nebel legt sich langam. Wir sehen auch diverse Tiere. Meine erste Schlange in freier Wildbahn, allerdings ein kleines unscheinbares Tier, diverse Affen die auf de Bäumen sitzen und viele Vögel. Als wir wieder zurück sind, bin ich heilfroh, schütte mir erstmal literweise Wasser rein. Ich wollte mich eigentlich nur kurz ausruhen um anschließend duschen zu gehen. Schlafe jedoch um 5 Uhr Nachmittags ein.

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Der Weg zum Gipfel.

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Auch da müssen wir durch.

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Aussicht auf den Vulkan Conception.

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Küstenansicht.

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Abstieg unter erschwerten Bedingungen!

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Suchbild! Affenmutter mit einem Jungem auf dem Kopf. Das Affenbaby musste die Mutter entlausen.

21.10.2010

Um sieben Uhr morgens wache ich völlig verdreckt auf und fühle mich immer noch schlapp. Aber jetzt muss ich erstmal duschen. Anschließend wird gefrühstückt und ich muss meine Klamotten von Hand waschen. Harte Arbeit sage ich Euch! Und so richtig sauber werden meine Sachen auch nicht. Aber egal. Irgendwann werde ich mal wieder eine professionelle Reinigung aufsuchen und dann bin ich wieder mit sauberer Wäsche versorgt. Zumindest stinken meine Klamotten nicht mehr.

Ansonsten verbringe ich den Tag damit meine weitere Route zu planen. In den nächsten Tagen werde ich nach Costa Rica weitereisen. Was Costa Rica angeht erweist sich die Reiseroute als schwierig. Es gibt laut Lonely Planet 72 Naturreservate. Die ich natürlich nicht alle besuchen kann.

Der Tag fällt ansonsten ziemlich verregnet aus, was mir garnicht behagt, denn morgen will ich weiter und bin mir nicht sicher ob meine frisch gewaschene Wäsche trocken wird. Ich checke mal meine Ausrüstung gründlich durch. Der Verlust der Kopfbedeckung lässt sich ohne weiteres Verkraften, ich stelle fest, dass mein Vorhängeschloss abhanden gekommen ist, auch nicht weiter ramatisch. Dann will ich meine Brillen reinigen und stelle fest, dass meine teure Sonnenbrille kaputt ist. Ein Bügel hat sich gelöst. Das ist extrem Ärgerlich. Ich versuche den Bügel mit Sekungenkleber wieder zu befestigen, mehrere Versuche scheitern jedoch kläglich. Ich hätte vielleicht ein hochwertigeres Gestell nehmen sollen. Eigentlich hatte ich meinem Brillenverkäufer mitgeteilt, dass die Brille robust sein soll. Das teure an der Brille waren die Gläser, wegen der Krümmung auf die ich wegen des besseren Lichtschutzes wert gelegt habe. Mal sehen ob es mir gelingt einen Optiker aufzutreiben, der die Gläser anlöten kann. Zum Glück habe ich ja noch eine Brille mit selbsttönenden Gläsern. Der Lichtschutz kommt jedoch nicht an die Sonnenbrille heran und ein vernünftiger Sonnenschutz ist schon wichtig. Als Nichtbrillenträger kauft man sich ein ein günstiges neues Modell. Als Brillenschlange ist das mit viel Geld und Wartezeit verbunden. Aber vielleicht habe ich ja Glück und bekomme die Brille gelötet. Da setzte ich einfach auf das Improvisationstalent der Menschen hier.

22.11.2010

Ich nehme um 8:30 Uhr den zweiten Bus nach Moyogalpa, von dort nehme ich die „Fähre“ nach Rivas. Die „Fähre“ ist ein Holzboot mit Hightech aus dem letzten JJahrhundert ausgestattet. Es gibt einen Maschinisten, der im Rumpf des Bootes sitzt und über eine kleine Klingel, die per Kordelzug vom Kapität aus betätigt wird, Anweisungen erhält. Das Boot ist mächtig am schaukeln. Vor kurzem noch habe ich einen Reisebericht gelesen, das so ein Boot vor Jahren mal im Hafen gesunken ist. Zum Glück gibt es ausreichend Rettungswesten an Deck. Die Touristen werden in den vorderen Bereich des Schiffes geschickt, wohl, weil dort die meisten Rettungswesten sind und man von dort auch keinen Einblick in den Maschinenraum hat. Nachdem ich mich meines Morgencafés erleichtert habe, sehe ich den Maschnisten bei der Arbeit.

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Blick aus der Touristenklasse auf den Heck des Bootes. Immerhin, es gab eine Toilette und das Boot ist nicht gesunken.

Ich komme heil in Rivas an, werde gleich wieder von Taxifahrern belagert. Inzwischen ist es jedoch Routine diese abzuwimmeln. Ich gehe erstmal essen und nehme mir für 10 US$ ein Taxi.

Obwohl ich noch in Nicaragua bin und die Landeswährung eigentlich der Cordoba ist, werden die Preise meist nur in US$ angegeben. Wenn man nach dem Cordobapreis fragt, wird häufig erstmal der Taschenrechner gezückt. Aber auch das ist inzwischen Routine für mich. Ich will weiter nach San Juan de Sur. Ein angeblich schönes Eckchen Erde. Ich komme im Ort an und nicht direkt am Strand. Also muss ich morgen mal sehen, wie ich zum Strand komme. Das Hotel wo ich eigentlich hin will, findet der Taxifahrer nicht. Denn es gibt eine Surfschule, die den gleichen Namen trägt. Ich steige aus, denn der Taxifahrer geht mir ziemlich auf die Nerven. Ständig jammert er mir vor, wie wenig er verdient und dass er mir einen guten Preis gemacht hätte. Ich gleube ihm nicht, denn an mir verdient er schon das doppelte von seinem angeblichen Tageslohn. Ist mir aber auch egal. Ich suche mir eine andere Absteige, da ich meine letzten Cordobas verprassen will, gönne ich mir mal ein Einzelzimmer. Im Hotel treffe ich dann auf Michail aus Isreal, die ich bereits in Livingston flüchtig kennengelernt habe. Weiterhin wird mir ein Orangensaft zur Begrüßung gereicht. Er ist zwar nicht frisch gepresst, aber wir wollen mal bescheiden bleiben. Anschließend gibt es sogar noch eine Krebssuppe gratis von ein paar Leuten die schon länger hier sind und gekocht haben.

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Luxus pur. Einzelzimmer mit Ventilator, vernünftigen Bodenbelag, Bildern, nicht zu sehen, es gibt einen Schrank, ein Regal und ein Nachttischchen. Das ganze zum „Wucherpreis“ von 15 US$.

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Surfer mit Paddel.

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Natürlicher Hafen von San Juan del Sur.

Abends gehe ich dann erstmal was essen, anscließend ziehe ich ziellos durch die Straßen und kome an einem Hostel vorbei. Wieder mal winkt mir eine Person zu, die ich auf den erstenBlick garnicht erkenne. Auf den zweiten Blick erkennt ich Inga, die auch hier ist. Wir unterhalten uns kurz, Inga hat sich verändert. Sie hat Farbe abbekommen, aber da ist noch etwas. Ihr Blick hat sich verändert. Sie wirkt weentlich gelassener als sonst. Sie gibt zu schon etwas angetrunkener zu sein und auch die letzten Abende ordentlich gefeiert zu haben. Auch heute Abend will sie wieder um die Häuser ziehen und fragt mich ob ich mitkommen will. So habe ich Inga bislang noch nicht erlebt. Sie war eher reserviert. Ein paar Minuten später kommt dann der wahre Grund an. Er heisst Franz, ein Nico (So nennen sich die Menschen aus Nicaragua) und ist hauptberuflich Giggolo. Aha – denke ich mir. Daher die Veränderung in ihren Augen. Inga geht erstmal essen. Franz trifft auf ein paar Kollegen. Ich beobachte, wie sie sich über ihre neusten Erungenschaften austauschen. Sie prahlen mit sehr detailierten Handyvideos. Anschließend gehen wir in eine Bar und spielen mit den Einheimischen Billard. Zwar habe ich jahrelang kein Billard mehr gespielt, doch wozu habe ich meine halbe Jugend im Café Comic verbracht. Obwohl sich permanent die Regeln zugunsten der Einheimischen ändern, gewinne ich im Team mit wechselnden Partnern ein Spiel nach dem anderen. Bis Franz dann irgendwann die schwarze Acht zu früh versenkt. Nach fünf spielen reicht es mir dann und ich bin froh abgelöst zu werden. Am Rande sitzt eine junge Dame die mich die ganze Zeit anlächelt. Da mir dann irgendwann langweilig wird, eröffne ich das Gespräch mit ihr. Das Problem ist, ich habe inzwischen einige Bierchen intus und mir fällt die spanische Konversation leicht. De Dame, die sich mir als Iris vorstellt, hat jedoch schon einige Bierchen zuviel getrunken und ihre Zunge liegt ihre schwer im Mund. Sie spricht schwerst verständliches spanisch und verfügt über keine englisch Kenntnisse. Auch Franz als Dolmetscher ist überfordert. Aber egal, denkt sich Iris, die aus irgendeinem Grund einen Narren n mir gefressen hat. Wenn’s verbal nicht klappt, dann eben nonverbal und fummelt munter an mir herum. Aber noch so, dass es sich im Rahmen hält. Irgendwann sitzen wir Händchen halten da. Ich verstehe sie nicht, sie versteht mich nicht. Nach einiger Zeit kommt eine Freundin von ihr und will übersetzen. Aber auch sie ist schon so betrunken, dass sie beim Billard spielen er den Tisch ramponiert als eine Kugel einzulochen. Bei gewissen Dingen weigert sie jedoch die Übersetzung um mich oder ihre Freundin zu schützen, bzw. die Situation nicht eskalieren zu lassen. Iris will mit mir tanzen gehen. Haha, denke ich mir, ich und tanzen, auch noch mit einer Latina. Ich kann ja nur Pogo. Keine gute Idee, also lehne ich ab. Iris will meine Telefonnummer haben, habe ich ja im Moment auch nicht. Dann gibt sie mir ihre Telefonnummer. Inga ist inzwischen mit ihrem Giggolo voll zu Gange. Plötzlich bietet mir einer meiner Billardgegner Kokain an. Ich lehne danken ab. Nachdem die Bar schließet, ziehe ich mich geschickt aus der Affäre, mir wird es dann doch zu heikel. Ich gehe alleine zurück ins Hotel und schlummere friedlich ein.



17.11.2010

17 11 2010

17.11.2010

Heute morgen habe ich mir erstal ausführlich Gedanken über mein weiteres Fortkommen gemacht. Ich habe noch etwas über 30 Tage die ich one bürokratischen Stress in Nicaragua bleiben könnte. Nächstes Ziel wäre eigentlich die Isla Ometepe auf dem Lago Nicaragua. Von dort aus kann man gleich ein Fähre in die Nähe zum Grenzübergang nach Costa Rica nehmen. Das wäre mir aber zu schnell. Wobei mir das schnelle inzwischen nicht unsympathisch ist, weil immer mehr von der Idee fasziniert bin, doch in den Süden Argentiniens zu reisen und dann vielleicht sogar noch einen Abstecher in die Antarktis zu machen. Wenn ich das jetzt nicht mache, werde es wohl nie in die Antarktis schaffen. Eigentlich wollte ich auch noch die Karibik in Nicaragua ansehen. Anbieten würde sich Corn Island. Die Fahrt dorthin ist jedoch recht aufwändig und ich müsste wieder zurück in die Ecke wo ich mich gerade befinde, oder aber mit dem teuren Tica Bus (Überlandbus) direkt nach San José. Irgendwie ist mir das zuviel fahrerei. Nachdem mir gesagt wurde, dass sich Corn Island eigentlich für Taucher empfiehlt und ich vom tauchen ja erstmal die Nase voll habe, komme ich zum Schluss, dass ich erstmal zur Isla Ometepe reisen möchte. Allerdings würde ich hier von Granad aus auch ganz gerne noch ein paar Dinge unternehmen. Dumm, die Fähre nach Ometepe fährt nur zweimal wöchentlich und morgen geht wieder eine, dann erst wieder am Montag. Solange will ich nicht in Granada bleiben. Also entschließe ich mich dazu erstmnal die Fähre zu nehmen. Da habe ich dann weitere Möglichkeiten. Erstens kann ich gleich weiter mit der Fähre zur Grenze und zweitens, ich kann wieder zurück nach Granada, von dort meine Ausflüge machen und dann mit Bussen in Richtung Costa Rica. Mal sehen!

Heute stand dann ein Ausflug in die Nachbarstadt Masaya an. Es gibt teure geführte Touren und man kann die Tour selbst organisieren und zwar mit lokalen Bussen. Ich entscheide mich für die günstigere Variante. Das heisst, ich nehme den Bus nach Managua und werde auf halber Strecke rausgeworfen. Dann mus ich erstmal den Weg ins Zentrum finden. Nachdem ich über einen großen Markt geirrt bin und Schwierigkeiten habe, mich zu orientieren, mache das was ich jedem Empfehlen kann, der sich in einer Stadt in Nicaragua verirrt hat. Einfach das nächste Taxi nehmen. Diese kosten Centbeträge und man kommt am Wunschziel an. Ich zahle 10 Cordobas. Keine Ahnung wieviel das in Euro Cent sind. Ich denke so um die 40 Cent. Dann bin ich im Zentrum, welches sich als unspektakulär erweist. Ich will aber zum Mercado Viejo, einem Souveniermarkt. Zunächst irre ich lange über den Markt. Hier findet man alles, was einem der Zoll in Deutschland gleich wieder abnimmt. Schuhe aus Schlangen- und Krokodilleder, jede Menge hochwertiger Lederartikel, mich weniger faszinierende Holzprodukte, ein paar Tücher, Zigarren und jede Menge extrem hochwertiger Töpferware. Die Begeisterung bei den tollen Töpferwaren steht mir wohl in den Augen geschrieben. Es sind wenig Kaufinteresierte da. Also fall eich auch gleich auf. Ich mache den Verkäufern klar, dass ich das Zeugs nicht 9 Monate mit mir herumschleppen will und ich gerade erst ein Paket nach Deutschland geschickt habe. Das übliche Gegenargument: „Dann kauf doch einfach eine Hängematte“ Ich kauf mir dann ein kleines Notizbuch in einem schön gewebten Einband. Sowas vermisse ich noch.

An einem Stand habe ich eine etwas merkwürdige Begegung. Der junge Verkäufer ist von meinem Bart fasziniert und spielt wohl mit dem Gedanken sich auch Gesichtsbehaarung wachsen zu lassen. Ohne zu fragen wird mein Bart befummelt, dass lasse ich mir ja noch gefallen. Doch er ist an weitere körper behaarung interessiert. Also zieht er mit mein T-Shirt hoch um zu sehen wie es mit dem wuchs auf dem Bauch aussieht. Aber dem nicht genug. Er fragt munter weiter „abajo, abajo“ (unten, unten) da wehre ich ihn ab. Ich fang doch nicht an in aller Öffentlichkeit meine Genitalbehaarung zu zeigen. Ganz so freizügig bin ich dann doch nicht. Aber son richtiger Bart fazsiniert hier viele, insbesondere Frauen sind regelrecht angetan von einer Gesichtsmatraze.

Als ich dann zurück nach Granada will, springe ich in den gerae anfahrenden Bus und sehe Julia und Martin, mit denen ich ja vor kurzem noch am Strand war. Wir tauschen uns kurz aus, sie suchen sich dann ein anderes Hostel, eine gute Entscheidung, wenn man sich nicht für ein Dormitorium entscheidet. Ich mag aber mein Hostel, es ist hier einfach luftiger außerdem mag ich das Personal, das Personal (vor allem die Dame welche die Nachtschicht macht) mag micgh und die Atmosphäre stimmt dort einfach. Außerdem will ich eh nur bis morgen bleiben.

So hier die paar Bilder des Tages:

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Abwasserkanal hinter dem Markt in Masaya, mit der Mülltrennung erfolgt einheitlich.

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Die Puppe hier ist kein Kleiderständer, damit laufen Abends Kinder durch die Straße tanzen, trommeln und bieten um einen Obolus.

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Schicker Eierkorb. Ausgestopftes Huhn als Korb. Im Hintergrund, bemalte Vogelfedern.

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Trauerzug in Granada. So wird man Standesgemäß zu Grabe getragen.



16.11.2010 Nachtrag

17 11 2010

Nachdem ich meinen Tagesbeitrag geschrieben habe, war ich noch schnell in der Stadt was essen. Was essen ist nicht besonders leicht, in einer Stadt dei Vom Tourismus lebt. Die Futterbuden der Einheimischen hatten alle zu, außer derjenigen, wo ich mir schon die letzten Tage fast den Magen verdorben hätte. Also auf in die Tourimeile, was ergattern. Natürlich teurer und auch nicht wirklich gut, aber Okay.

Nun sitze ich mitten in der Tourimeile und werde Zeuge eines beinharten Straßenkampfes. An oberster Stelle stehen die Türsteher, die hier mehr die Funktion haben Touristen in ihre Lokalität zu locken. Diese haben im Umkreis ihrer Lokalität das uneingeschränkte Sagen. Dann kommen immer wieder Händler mit Körben voller Zigaretten und Bonnons an einem vorbei. Diese werden geduldet, so ergänzt soch doch das Geschäft. Immer wieder kommen Händler, die einem irgendwas aufschwatzen wollen, manchmal sind es Hängematen, manchmal auch Keramik, manchmal Schokolade aus Nicaragua, ein armer Wicht versucht selbstgeflochtene Heuschrecken auf Gras anzubieten. Die Zigarettenhändler scheinen ihr Revier sauber abgesteckt zu haben. An unterster Stelle sind die Bettler, die werden von den Türstehern mit „sanfter“ Gewalt aus derem Revier vertrieben. Das ganze findet mehr oder wenig unauffällig statt, so dass keiner was mitbekommt. Man muss schon sehr genau hinsehen und sich ie Gesichter der Personen merken. Zigarettenhändler, welche versuchen in das Revier anderer einzudringen werden schnell „abgewiesen.“

Für den meisten Umsatz sorgt eine Folklore Gruppe. Eine Übergroße Puppe tanzt bei Trommelwirbel erzeugt von zwei Trommeln und umschwirrt von einer Art Gnom. Alle Toristen entledigen sich ihres Kleingeldes. Ich werfe einen 20 Cordobaschein (ungefähr 1 USDollar) in die Mütze.

In meinem Restaurant sitzt Thomas aus den USA, ein pensionierter Lehrer, der sich etwas zu essen bestellt und gleich von allen Straßenjungs umschwärmt ist, während er sein Essen bestellt und isst bringt er den Jungs von der Straße Grundrechenarten, Lesen und Schreiben bei. So ganz gefällt den Türstehern das nicht, doch Thomas setzt sich durch, in dem er sagt, wenn die Jungs gehen müssten, würde er auch gehen und sein Essen nicht bezahlen. Anschließend unterhalte ich mich kurz mit Thomas. Er lebt seit einiger Zeit hier und will zumindest einigen Jungs ein bisschen was beibringen. Inzwischen scheint er hier sowas wie eine Institution zu sehen. Die Jungs scheinen jede Chance zu nutzen um ihre Situation zu verbessern. Wenn Thomas kommt, lassen sie für einen Augenblick sogar ihre Geschäfte sein, weil sie wissen, dass Bildung sie weiter bringt.

Mir tut insbesondere der Junge leid, der mit auf Gras geflochtenen Grashüpfern sein Geld zu machen versucht. Der handelt und flechtet gleichzeitig, wird aber meist nur als Nervensäge abgewiesen. Ich frage mich wieviele Grashüpfer er wohl an einem guten Abend verkauft und was er für einen Grashüpfer bekommt und wieviel Zeit er für einen Grashüpfer braucht. Fragen die unbeantwortet bleiben.

Ich zahle meine Rechnung, gut 100 Cordobas für zwei Getränke. Ein Luxus den sich wohl kaum einer der Straßenjungs leisten kann. Als ich gehe, verfolgt mich eine Frau mit einem Säugling auf dem Arm und schreit die ganze Zeit: „Ey Amigo“ wer einen hier Amigo nennt, will nur mein bestes, mein Geld. Ich weise sie ab, auch die herzzerreissenden Geschichten über ihren friedlich schlafenden Säugling, der angeblich kurz vorm verhungern ist, lassen mich nicht erweichen. Ich gehe einfach weiter, schließlich habe ich ja schon der Folkloregruppe einen Schein in die Mütze geworfen.



16.11.2010

17 11 2010

20.11.2010

Heute wollte ich mal schnell Geld abheben. Doch dann spuckte der Automat kein Geld aus. Hatte ich ja schonmal, also einfach einen neuen Geldautomaten aufteiben und mein Glück dort probieren. Nach längerer Suche wurde ich jedoch nicht fündig. Auch nicht schlimm, ich habe noch für die nächsten Tage. Erstmal frühstücken und ein paar Dinge checken. Unter anderem wollte ich Geld auf mein Kreditkartenkonto überweisen, damit ich auch flüssig bin. Meine erste Geldreserve ist fast aufbegraucht, aber nicht schlimm, denn ich habe gerade eine frische Auszahlung meiner Bank erhalten. Beim Überweisen kam dann plötzlich die Meldung mein Internkonto sei gesperrt. Also Bank anrufen. Dort wurde mir mitgeteilt, dass mein Internetkonto gesperrt sei. Das käme schonmal vor und es wurde auch gleich wieder frei gegeben. Mit meiner Visakarte sei hingegen alles in Ordnung. Nun muss ich nur noch einen Geldautomaten finden.

Nach ausführlichem Frühstück mit zwei Folgen Lindenstraße checke ich dann aus und wechsel auf das Hotel auf der anderen Straßenseite. Das Dorm ist etwas größer und hat Platz für 14 Schlafende. Die Matratzen sind aber super und es gibt frische weisse Bettwäsche zum selbstbeziehen. Die Leute, die das Hostel schmeissen sind auch viel freundlicher. Nachdem ich das Hostel bezogen habe, mache ich mich auf Stadtbesichtung, diesmal mit Kamera.

Hier die Ausbeute:

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Aussicht von einem Glockenturm.

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Keine Kirche, einfach nur ein neueres Haus, dass einen Turm hat.

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Älteres Haus, aber bewohnt!

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Überall werden einen kleine Einblicke ins Privatsleben gewährt. Wohnungstür und direkt dahinter der Lebensbereich.

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Einblick auf eine Baustelle, die einem eine Vorstellung der Atriumbauweise gewährt.

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Schöne Wandmalerei, typisch für diese Stadt.

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Typisch für ganz Zentralamerika, die vielen Gitter vor den Fenstern. Hier ein besonders schönes Fenstergitter.

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Prachtbauten mit vielen Rundbögen, die Schatten spenden.

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Im Park spenden Mangobäume schatten, erfischend auch die Getränke der vielen Händler.

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Runtergekommenes Gebäude am Markt.

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Der Markt befindet sich an einer alten runtergekommenen Kirche. Auf dem Turm wachsen Sträucher.

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Fachgeschäft für Weihnachtsschmuck (inkl. Plastikweinachtsbaum)

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Aufm Markt gibt’s alles was man im Haushalt braucht.

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Hofft ebenfalls auf einen guten Tag am Markt. Ein waschechter Straßenköter. Zu erkennen am fehlenden Halsband.

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Banenfachgeschäft. Banaenen sind nicht gleich Bananen. Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Bananen für unterschiedliche Zwecke (z.B. zum fritieren)

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Typisches Obst. Aber was für Grasbündel das im Fordergrung sind, habe ich leider nicht in Erfahrung bringen können.

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Leider etwas unscharf „frischer“ Fisch. Den Fliegen hat’s jedenfalls geschmeckt. Kühlung wozu?

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Was am Stand oben nicht weggeht, wird eben Trockenfisch. Wurde von dem Fliegen jedoch abgelehnt.



12. bis 15.11.2010

16 11 2010

12.11.2010

Nachdem ich gestern ordentlich Vulkanasche geschluckt habe, und mir der Rachen brennt, als hätte ich 10 Jahre unter Tage geschufte komme ich zu dem Entschluss, dass diese Vorstellung nicht mit meiner Vorstellung vom Reisen übereinkommt. Also schließe ich mich Julia und Martin an und fahre mit ihnen nach Las Penitas um frische Seeluft zu tanken und meine geschunden Lungenflügel zu verwöhnen Mit dem Taxi geht’s in Richtung Meer. Da ich mich ja schon ausreichend im karibischen Bereich aufgehalten habe und dort noch Huricanesaison herrscht geht’s diesmal an die Pazifikküste. Ist auch viel näher.

Julia und Martin haben sich bereits ein Hotel ausgesucht, also schließe ich mich ihnen an. Wir teilen uns eine Cabana. Das ist eine Bambushütte ohne irgendwelche Sicherheitsvorkehrung, dafür mit weisser Bettwäsche, eigener kleiner Veranda und eigenem Nassbereich. Die Betten sind mit Moskitonetzen versehen und alles wirkt sehr gepflegt, dazu nöch günstig. Geil auch unser Nassbereich. Eine Dusche mit Wänden aus getrockneten Bananenblättern und dem ausgereiftestem Plumpskloh, das ich je gesehen Habe. Es gibt sogar ein Urinal. Auch für die Damen, dann großes und kleines Geschäft wird in einem Vorgang sperat entsorgt, gegen unerwünschte Getiere sorgt Kalk, der reichlich zur Verfügung steht.

Nachdem wir das Zimmer bezogen haben, geht’s auch gleich an den Strand. Erster Unterschied, der Sand hier ist schwarz und es funkelt überall. Hier wird nicht getaucht, sonder gesurft. Nicht mit Wind, sondern mit Wellenkraft. Alle warnen einen vor der starken Strömung, die Wellen sind gigantisch. Ich vage aber dennoch einen Sprung ins Meer. Die Wassertemperatur ist angenehm. Den Strand selbst sollte man am Tage allerdings nur mit Schuhen betreten, denn der schwarze Sand ist richtig heiss. Das Wasser ist vom schwarzen Sand nicht klar. Es herrscht ein relativ ausgewogenes Verhältnis zwischen Über- und Unterströmung, was in der Tat nicht ungefährlich ist.

Aber hier die Bilder:

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13.11.2010

Julia, Martin und ich hatten eigentlich vor noch einen Tag zu bleiben. Wir wollten einen Ausflug zum XX machen. Irgendwann werden wir jedoch aus unserer Cabana rausgeworfen, weil sie reserviert war. Julia und Martin entscheiden sich, zurück nach Leon zu fahren, ich entscheide mich zum bleiben und muss mir erstmal eine neue Unterkunft suchen, diese ist schnell gefunden, ich beziehe ein Privatzimmer mit Doppelbett, einem Einzelbett und eigener Nasszelle, das ganze für 10 US$ bzw. 315 Cordoba, das ganze direkt am Strand. Ich verbringe den ganzen Tag mit herumgammeln. Ich gehe lecker essen und schaue mir dabei das ewig andauernde Spiel der Wellenreiter an. Sie paddeln raus, warten auf die beste Welle stellen sich aufs Board und fallen früher oder später ins Wasser. Das spielt beginnt mit einsetzender Flut gegen 15 Uhr. Ich selbst gehe im Pazifik „schwimmen“, dass heisst ich kämpfe mit den Wellen. Schwimmen ist eigentlich nicht möglich, man wird von den Wellen ordentlich durchgeschaukelt, es ist fast wie eine Massage. Auf alle Fälle spüle ich meine Lunge ordentlich mit Salzwasser durch und denke, ich bin den ganzen Staub jetzt los, den ich beim Vulcanoboarding eingeatmet habe. Dann versuche ich noch neue Sonnencreme aufzutreiben. Ich finde aber keinen einzigen Laden. Es gibt hier nur Hotels und Restaurants. Touristisch geht es hier aber dennoch nicht ab. Zumindst sind kaum Touristen da und wenn, dann Einheimische die mit kompletten Familienclans einen Samstag am Strand genießen, aber der Strand bietet ausreichend Platz für alle. Ich muss nicht mal eine Liege reservieren und davon gibt es hier nicht viele. Darüber hinaus gibt es reichlich Hängematten. So erlebe ich einen unglaublich entspannten Tag und sorge für den richtigen Teint. Bislang ist es mir gelungen keinen Sonnenbrand zu bekommen. So soll es auch bleiben. Also muss ich sehen, dass ich irgendwo Sonnencreme auftreibe.

14.11.2010

Heute habe ich mich für eine Tour in das Naturreservat Isla San Huan Venado angemeldet. Es soll um 7 Uhr losgehen, also stehe ich entsprechend früh auf um noch ein Frühstück zu ergattern, creme mich mit der letzten Sonnencreme ein, die ich noch habe und auch ordentlich mit Repellent. Frühstück gibts dann erst um 7 Uhr, macht aber nichts, weil der Guide ohnehin erst gegen 8 Uhr auftaucht. Dann geht’s auch los, erstmal zum Boot, welches ein waschechtes Einbaum mit Außenboarder ist. Ich bin alleine und freue mich, dass ich einen Gude für mich alleine habe. Wir fahren durch einen Mangrovenwald. Für dieses Reservart wird mit den vielen Tieren geworben, die man hier zu sehen bekommt unter anderem große Schildkröten und Kaimane. Also bin ich gespannt. Wir tuckern gemütlich vor uns hin, der Guide spricht kein Wort englisch und mit dem hiesigen spanisch komme ich überhaupt nicht zurecht. Die kommunikation ist mehr schlecht als recht. Zum Tiere zeigen gehört jedoch nicht viel Allerdings bekomme ich fast nur Reiher zu gesicht und noch einige kleiner Vögel, einen riesiegen Leguan und einige Krebse. Das war es dann auch schon. Der Guide ziegt mir ein Stück Strand wo Abends tausende Krebse aus dem Wasser kommen. Er buddelt einen für mich, damit ich einen zu Gesicht bekomme, ein paar meter weiter soll ein Stück Strand sein, wo nachts die großen Schildkröten an den Strand kommen. Aber es ist morgens. Also auch keine Schildkröten. Nach dem mein Guide mich über Deutschland befragt und ich mir sicher bin, dass ich nur für Misverständnisse gesorgt habe, soll es wieder zurückgehen. Plötzlich streikt der Außenboarder und will nicht mehr angehen. Nach vielen Versuchen und einer kleinen Reparatur springt der dann doch wieder an, geht aber immer wieder aus. Ich beobachte den Guide wie er sehr diskret in den Tank guckt, der Reservetank ist leer und wir haben nur ein Paddel an Board. Irgendwie schaffen wir es dann doch mit Motorkraft zurück.

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Diese Ausssicht hatte ich den halben Tag. Irgendwann wirds langweilig. Mangrovenwald ist nichts für mich.

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Highlight des Tages. Ein Leguan. Wer aus dem Norden kommt hatte mehr als genug davon.

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Ein Krebs aus dem Schlaf gerissen.

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Ein Reiher, welche Überraschung, der tausendste. Es gab unterschiedliche Farbtypen, der weisse ließ sich aber am besten fotografieren, die anderen sind perfekt getarnt.

Insgesamt war die Tour ziemlich fürn Arsch, aber ich habe die Bootsfahrt genossen. Mein Tipp, wer die Tour machen will sollte sie am Abend machen und nicht gerade wie ich den billigsten Anbieter wählen. Extra dafür anreisen lohnt m.E. jedoch nicht. Ich habe 15 US$ plus Trinkgeld und Parkeintritt bezahlt. Andere Anbieter verlangen das Vierfache.

 

15.11.2010

Am Vorabend habe ich schon meine Sachen zur Weiterreise zusammengepackt. Morgens geht’s mit dem Bus zurück nach Leon, von Leon mit dem Microbus in die Hauptstadt Managua, von dort aus mit dem Bus nach Granada.

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Ob ihr es glaubt oder nicht, die wollen alle in diesen Bus und passen da auch rein. Wo ist die Uno wenn man sie braucht?

Der erste Eindruck von Granada ist super. Granada ist die schönste Stadt die ich bislang auf meiner Reise gesehen habe, zwar auch sehr touristisch, es gibt viele Restaurants und hochpreisige Hotels. Aber auch Gegenden in denen sich Touristen fern halten, ich erkundge ohne Kamera erstmal die halbe Stadt, es gibt viele gut erhaltene Gebäide aus der Kollonialzeit. Nicht nur Kirchen, sondern auch Gebäude die noch bewohnt sind: Auch mein Hostel befindet sich in einem solchen Gebäude. Das ganze erinnert sehr stark an römische Architektur. An der Gebäudefront befinden sich mehrere Eingänge, hinter denen große Räume, die auch als Geschäft genutzt werden könnten. Dahinter befindet sich ein Garten im Atriumstil. Man sitzt also geschützt vor Sonne und Regen draußen. Hinter dem Atriumgarten befinden sich weitere Zimmer in denen. Dahinter ein erneuter Atriumgarten, und ganz am Ende die Nasszellen. Insgesamt ein sehr schönes Hostel. Allerdings hat jedes perfekte Hostel irgendetwas, dass einem den Aufenthalt vermießt. In diesem Hostel sind es die Matrazen der Bettern. Die ist superdünn und durchgelegen, so dass ich jedes einzelne Brett darunterspüren kann. Auf der Seite schlafen führt dazu, dass sich die Bretter der Lattenroste verschieben und man Nachts sein Bett wieder neu Ordnen muss. Kein Spass sowas. Dann lieber etwas weniger Luxus. In der Nacht entscheide ich mich, in das Hostel auf der anderen Straßenseite zu wechseln.



10. bis 11.11.2010

11 11 2010

10.11.2010 Leon

Ich habe in meinem Inkontinenzbett hervorragend geschlafen. Morgens betreibe ich grundlegende Körperhygiene. Das heisst ich pflege mal wieder meinen Bart. Anschließend gehe ich ganz gemütlich frühstücken und bringe meine Wäsche zur Reinigung. Der Geruch vom Pferdeausritt und der Staub der Pich Up Fahrt stecken in meinen Klamotten. Jetzt fühle ich mich wieder pudewohl. Als ich die Stadt inspizieren möchte treffe ich im Hostel Vince. Der wieder ordentlich Strecke zurück gelegt hat. Von ihm erfahre ich, dass er sich eine Lebensmittelvergiftung zugeziogen hat und ein paar Tage in einem Krankenhaus in Nicaragua verbracht hat. Die erste Meldung dieser Art. Leon ist eine wirklich schöne Stadt. Sie wirkt sehr sauber und auch sonst ist hier alles ganz Okay. An jeder Straßenecke werde ich von Geldwechseln angesprochen, diese brauhe ich jedoch nicht. Ich investiere mal ein wenig in einen neuen Kopfhörer. Das Headset meines Handys hat sich für mein Netbook als ungeeignet erwiesen. In einer Art Mediamarkt, die mit einem Henker werben, werde ich fündig. Die Verkaufsprozedur erweist sich als kompliziert. Ich finde ds Produkt meiner Wahl auf Anhieb, dann muss ich jedoch den richtigen Verkäufer finden. Der kommt nach ein paar Minuten, muss sich die Artikelnummer aufschreiben, ins Lager gehen und das Richtige Teil rausuchen, dann wird ein Zettel ausgefüllt, mit dem ich zur Kasse muss, dort werden sämtlich Daten von mir aufgenommen und anschließend bezahle ich und darf das erworbene Produkt mitnehmen. Sind wohl alles Sicherheitsvorkehrungen, denn im Laden steht nichts frei rum, ws man sich mal eben in die Tasche stecken kann. Außerdem muss wohl die Verkaufsprovision gesichert werden. Der Kauf dauert ungefähr 45 Minuten und teilweise denke ich, man will mein Geld nicht.

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Eine Art Mediamarkt, man beachte den Henker. Abschreckung oder werden Kunden hier geschröpft?

Anschließend gehe ich ins Hostel und werde von einem jungen Mädel angesprochen. Sie ist mit ihrem Spanisch am Ende und fragt mich um Unterstützung. Sie ist eine halbe Stunde hinter der Auscheckzeit, möchte gerne auschecken, will aber morgen zurückkommen. Heute will sie eine Tour unternehmen und den heutigen Tag nicht bezahlen. Ich bin rchtig stolz, dss ich dem Hostelmenschen alles auf Anhieb erklären kann und die junge Dame ist regelrecht beeindruckt von meinem spanisch. Sowas schafft Selbstvertrauen. Mir selbst kommt mein spanisch noch immer recht holprig vor. Aber auch an der Reaktion vieler Einheimischer merke ich, dass man mir vieles zutraut, was häufig dazu führt, dass sie gleich voll einsteigen, so dass ich kaum noch etwas verstehe. Je mehr ich in den Süden reise umso wichtiger sind gute Spanischkenntnisse. Ich denke meine Sprachkenntnisse reichen aus, um mich gut durch zu schlagen.

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Kathedrale von Leon (sieht aus wie die meisten Kathedrahlen in Latein Amerika).

Ansonsten geht der Tag recht entspannt ab. Ich verliere gegen Vince eine Partie Schach, ich habe einfach keine Lust meinen Geist anzustrengen. Außerdem will Vince eine schnelle Partie, was nicht meine Stärke ist. Ich melde mich für die nächsten Touren an. Morgen geht’s erstmal zum Vulkanboarding. Wer damit nichts anfangen kann. Man klettert auf einen Vulkan, schnappt sich ein Brett und damit geht’s die Aschepiste runter. Hier laufen diverse Touristen mit Blessuren herum, diese kommen wohl vom Vulkanboarding. Ein weiterer Reisende kommt humpelnt vom Vulkanboarding. Hier im Hostel hängt eine Liste mit Geschwindigkeitsrekorden aus. Der aktuelle Rekord beim den Herren liegt bei 84 km/h. Ich habe aber nicht vor ihn zu brechen. Ich werde nach dem Motto Saftey First den Berg runterrutschen. Freitag habe ich mich für eine entspanntere Tour in einen Nationalpark angemeldet. Dort geht’s mit dem Offroader hin und dann wird man mit dem Boot durch Mangrovenwälder geschippert. Dabei gibt’s wohl wieder mal Schildkröten und diverse Vögel zu sehen. Allerdings bin ich bislang der erste der sich zu dieser Tour angemeldet hat. Mindestteilnehmerzahl sind vier Personen. Ich warte mal ab. Hier sind außer mir nur junge Leute und die Tour hat einen stolzen Preis. Also bin ich wenig optimistisch. Vince verabschiedet sich für einen mehrtägigen Ausflug. Mal sehen, sowas reizt mich auch mal. Möglichkeiten von hier gibt es mehr als reichlich, aber auch zu saftigen Preisen, die eigentlich mein Tagesbudget überschreiten. Aber ich bin noch gut im Rennen und Morgen gibt’s wieder Geld.

Anschließend schlendere ich noch gemütlich durch die Stadt und mache noch ein paar weniger Fotos:

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Modemarkt von Leon.

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Modeshopping unter entspannter Atmosphäre, angenehm schattig.

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Auf der Straße geht’s heisser zu. Auch hier werden Waren angspriesen. Hier wurde allerdings schon langsam abgebaut.

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Und die ersten Händler verlassen die Stadt. Ob sich der Tag gelohnt hat? Stände und Pick Up’s sind leer.

11.11.2010

Heute pünktlich zum Karnevalsbeginn habe ich mich zu meiner zweiten Vulkanbesteigung entschieden. Diesmal die Version für faule, da ich mich um den Abstieg drücke. Der Aufstieg ist auch nicht so anstrengend wie der auf den Santa Maria, da die Höhe des Vulkans derzeit um die 700 meter beträgt. Die Anreise erfolgt im Allradfahrzeug, die Straße besteht aus Vulkanasche. Regelmäßig muss der Fahrer Ochsenkarren überholen. Am Ziel angekommen wird jeder mit einem Volcanoboard austegattet. Laut unseres Guides ein Hightechprodukt in dem 5 Jahre harte Entwicklungsarbeit steckt. Sieht aber aus wie ein einfaches Brett an dem sowas wie ein Sitz, ein Seil zum festhalten befestigt ist. Die Unterseite ist mit einer Metallplatte versehen und unter dem Sitz das Geheimnis, eine Kunststofplatte, die bei jeder Abfahrt erneuert wird. Dies sind angeblich die schnellsten Boards in der ganzen Region. Mir ist das ziemlich egal, ich will einfach nur heil runter kommen. Der Rekord liegt derzeit bei 84 km/h, gemessen mit einer Radarpistole, also nur an einem bstimmten Punkt. Aber erstmal auf den Vulkan. Der Vulkan Sierra Negra ist der jüngste und aktivste Vulkan in Nicaragua. Anders als am Santa Maria existiert hier keine VVegetation und der Vulkan wächst mit jeder Erruption. Wenn es zur Erruption kommt, muss regelmäßig das Umfeld evakuiert werden, was wegen der schlechten Straßenverhältnisse und der darauf befindlichen Ochsenkarren ein schwieriges Unterfangen ist. Der Vulkan erinnert mich an Aschehügel im Ruhrpott. Zugegeben, ein bisschen höher.

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Da gehts rauf, wer genau hinsieht kann die Piste erkennen, da geht’s steil bergab (von der Spitze herab).

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Unser weg bergauf. Schwieriges Gelände! Der weg besteht aus Geröll und nichts anderem.

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Mitten im Nebenkrater.

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An einigen Stellen tritt permanent Gas aus.

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Bizarre Felsformationen.

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Der Hauptkrater von der Spitze den Vulkans aufgenommen.

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Schwefelabagerungen.

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Blick auf einige umliegende Gipfel. Rechts im Bild ein erstarrter Lavafluss.

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Blick in den Nebenkrater.

Nachdem wr uns oben umgesehen haben, gibt’s Anweisungen wie wir mit dem Vulcanoboard umzugehen haben. Eigentlich genau wie ein Schlitten. Es gibt einige Regeln:

  1. Niemals die Hände auf den Boden legen
  2. Nur mit voller Fußfläche bremsen
  3. Nach der Abfahrt das Board nicht an der Unterfläche berühren
  4. Den Mund geschlossen halten

Wir ziehen unsere orangefarbenen „Schutzanzüge“ und eine Schutzbrille an.

Also los! Ich werd in der letzten Paarung eingereiht. Als erstes ist ein Päarchen dran. Das Mädel fällt nach wenigen Metern vom Board, steigt jedoch wieder auf und macht mit 58 km//h die Höchstgeschwindigkeit unter uns. Bei der zweiten Paarung geht alles glatt. Dann bin ich dran. Ich suche mir eine gute Startposition und schaffe es auf dem Brett zu bleiben. Um mich herum fliegen kleine Steinchen und ich atme kräftig Staub ein. Mir gelingt es nicht die ganze Strecke durch die Nase zu atmen, also breche ich Regel 4. Meinen Kontrahenten schmeisst es vom Board, aber auch er wird mit 57 km/h, ich hingegen nur mit 54 kmh gemessen. Ich habe die habe Plastikplatte abgenutzt und bin beeindruckt von meiner sauberen Abfahrt. Hätte es Haltungspunkte gegeben, hätte ich gewonnen. Aber so ist das im Sport. Untern angekommen huste ich Steinchen aus, ich bin völlig verdreckt und überall ist Staub. Nach einer Weile kann ich aber wieder saubere Luft atmen. Insgesamt ein Mordspass. Einen Tipp für Nacharmer. Bindet Euch ein Tuch über die Atemwege.

Dieser Hügel zieht auch Downhillbiker an. Hier beträgt der Rekord irgendwas um die 150 km/h, ein Biker musste jedoch bitter bezahlen, hat einen Rekord erziehlt, danach ist er jedoch gestürzt und verbrachte fünf Monate im Krankenhaus, während dieser Zeit wurde sein Rekord erneut gebrochen.



09.11.2010

10 11 2010

09.11.2010 Ochsentour

Heute habe ich mir mal wieder eine Ochsentour aufgebrummt. Ich stehe um 4:00 Uhr (NACHTS) auf um mich für den Grenzübergang nach Nicaragua fertig zu machen. Eigentlich ist alles schon soweit vorbereitet. Taxi ist für 5:00 Uhr bestellt und dann gehts mit dem billigsten Bus zum Grenzübergang Los Manos.

Heute klappt so ziemlich alles. Aufstehen verzögert sich, allerdings habe ich alles vorbereitet und muss noch noch das Nötigste zusammen packen. Klappt auch alles prima und 5 vor 5 verlasse ich mein Zimmer. Der Taxifahrer wartet bereits. Eine ziemlich lange Fahrt mit dem Taxi steht an. Denn obwohl ich ein Hotel in der Nähe der meisten Busterminals genommen habe, befindet sich mein Terminal am Ausgang von Tegucigalpa. Dort muss ich erstmal warten, denn der Bus fährt um 6:05 Uhr ab. Im Bus bin ich der einzige Tourist. Außer mir nur Einheimische die an der Grenze nach dem großen Geld suchen oder eben selbst über die Grenze wollen. Die Fahrt zur Grenze dauert in etwa 2 Stunden. Noch im Bus wechsel ich sämtliches Geld, was ich noch habe. Eigentlich mehr als mir recht ist. Aber ich bekomme einen fairen Kurs und somit sollten die nächsten Tage in Nicaragua gesichert sein. Ist mir auch lieber als beim letzten mal wo ich nach der Fahrt völlig pleite war.

Der Grenzübergang ist völlig unübersichtlich. Eine Bude reiht sich an die andere und überall stehen Trucks und ständig will man mein Geld wechseln. Habe ich aber schon erledigt. Ich hätte jedoch besser noch warten sollen. Denn mir fehlen Lempiras für die Ausreisegebühr. Aber egal, man nimmt auch Geld aus Nicaragua, die Währung in Nicaragua heisst übrigens Cordoba und ist vom Unrechungskurs in etwa vergeichbar mit dem Lempira. An der Einreisebehörde schickt man mich zunächst zur Ausreisebehöre Hoduras. Dort geht alles flott. Dann Einreisebehörde Nicaragua.

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Grenzübergang „Los Manos“ von der nicaguransichen Seite.

Dummerweise habe ich nicht genug Kleingeld um die Einreisegebühr zu zahlen und Wechseln kann man auch nicht. Man verweist mich auf die vielen Geldwechseler, die nur dann da sind, wenn man sie nicht braucht. Also renne ich ne Weile mit meinen 500 Cordoba Schein rum bis ich endlich jemanden finde, der wechselwillig ist. Dann zur Einreisebehörde und dann läuft alles wie geschmiert. Irgendwann kommt dann noch eine Passkontrolle. Wohl mehr um zu sehen ob die Kollegen nicht geschlammpt haben. Aber mir wird bestätigt, dass alles korrekt ist. Dann gehts weiter zum Bus, der auch schon bereit steht. Nach kurzem warten geht’s dann weiter nach Ocotal (ca. 2 Stunden). In Ocotal angekommen habe ich wieder Glück. Der Bus nach Esteli fährt gerade ab und ich bekomme sogar noch einen Sitzplatz, ist auch gut so, denn die Fahrt dauert ca. 2,5 Stunden, anschließend tut mir der Hintern weh. Von Esteli will ich noch weiter nach Leon, wo ich erstmal bleiben möchte. Wie ich dem Reiseführer entnehmen konnte, könnte dies ein Problem werden. Da ein Bus um 12:45 Ubfahren soll. Ich komme gegen 12.15 Uhr dort an, gehe erstmal meine Blase entleeren und nehme mein erstes Essen seit gestern Mittag zu mir. Zwei Schockoriegel. Ich habe auch bereits einen Collectivo gefunden der nach Leon fährt. Weitere zwei Stunden fahrt. Auf meine Frage, wann der Bus abfährt bekomme ich vom Fahrer jedoch nur vage Info. Sobald genug Leute im Collectivo sitzen. Ich frage ob noch Zeit zum Essen bleibt, er meint, ich solle lieber beim Bus bleiben. Also gut, halte ich mich mal dran. Es dauert dann bis 15 Uhr bis es endlich los geht. Da wäre Zeit genug zum Essen gewesen, aber ich wollte auch nicht meinen Rucksack davon fahren sehen.

Gegen 17 Uhr komme ich in Leon an. Vom Busteriminal nehme ich mir noch mit zwei Damen aus dem Collectivo ein Taxi zum Hotel. Ich checke im Hostel Big Foot ein. Ein Hostel mit nettem Flair, großen Schlafsäalen (8 Betten, die in jedoch nicht alle belegt sind). Alles ist Tip Top sauber. Die Einzige Kuriosität, die Matrazen sind in Folie eingewickelt. Fast wie im Altenheim. Mal sehen, wie es sich darin schlafen lässt. Wenns mir nicht passt, direkt auf der anderen Straßenseite ist ein nicht weniger nettes Hostel. Also kann man schnell wechseln.

Erster Eindruck von Nicaragua: Die Leute sind nett, Landschaft ist schön, viele Vulkane die wie Kegel in der Landschaft stehen, überall Rinder die nicht so abgemagert aussehen wie in den Gegenden die ich bislang bereist habe. Es gibt Cowboys die teilweise auf Pferden sitzen, aber gelegentlich auch schonmal mit dem Fahrrad unterwegs sind. Sie tragen jedoch keinen Cowboyhut, sondern Baseballcappy. Auch die Busterminals die ich bislang gesehen haben, sind ruhiger. Man wird nicht gleich erschlagen, stattdessen kann man sich höflich durchfragen und bekommt höfliche und brauchbare Informationen. Darüber hinaus ist Nicaragua nochmal eine preisklasse unter dem ohnehin schon günstigen Honduras.

Nach 2,5 Tagen permanenten Busfahren werde ich den morgigen Tag mal gemütlich angehen, Wäsche waschen (lassen) und Leon erkunden.



06 bis 08.11.2010

8 11 2010

06.11.2010

Der Abend mit Edi, Sheldon und Daisey ist wohl lustig verlaufen. Edi und Daisey schmieden Zukunftspläne, das heisst eigentlich Daisey mit Edi der sich noch sehr resrviert den Plänen gegenüber äußert. Daisey meint sie hätte eine Marktlücke in Copan de Ruinas entdeckt. Es gibt hier viele Reisende aber keine Lokalitär wo sich Männer amüsieren können. Daisey will einen Puff in Copan eröffnen. Dazu braucht sie einen starken Mann und das soll Edi sein. Aber Edi will nicht so recht.

Sheldon ist abgereist. Was sich sofort bemerkbar macht, denn es wird erheblich weniger getrunken. Edi meint es würde ihm mit der Sauferei auch erstmqal reichen.

Heute habe ich endlich mal mein Weihnachtspaket aufgegeben. Ein teurer Spass, ich hoffe es kommt alles heil, unversehrt und pünktlich zum Weihnachtsfest an.

Ansonsten habe ich nichts gemacht. Außer mein Sachen mal wieder ein wenig geordnet und für morgen gepackt. Den Rest des Tages verbringe ich mit Edi. Edi ist in gewisser weise eine Nervensäge, aber ein netter Kerl mit harter Schale und weichem Herz.

Abends bekomme ich eine Koreanerin auf mein Zimmer zugewiesen. Erst dachte ich es sei Insou., war aber eine Fehleinschätzung. Edi krllt sich gleich die Koreanerin und fragt sie extrem detailiert über ihr Land aus. Denn eines Tages will Edi auch nach Korea um von dort weiter nach China zu reisen.Edi war lange Zeit bei der Arree und darf umsonst zu allen Militärstationen fliegen. Als Rentner will er dies voll ausnutzen. Richtig so!

07.11.2010

Heute geht’s von Copan Ruinas nach Gracias. Die Busverbindungen werden langsam immer spärlicher. Hauptverkehrsmittel ist inzwischen der sogenannte Chickenbus. Das heisst, es geht wesentlich langsamer und unkomfortabler voran. Dafür aber immer preisgünstiger. Chickenbusse sind ausrangierte US Amerikanische Schulbusse, worauf in den Bussen gelegentlich auch Hinweise zu finden sind. Das heisst aber auch, dass die Beinfreiheit recht niedrig ist. Für Mayanachfahren, die im mir so ungefähr bis zur Brust reichen mag das Okay sein. Ich haber muss mich in den Sitz reinquetschen. Hinzu kommt, das die Busse vollgestopft sin. Ein Sitz, der für mich alleine akzeptabel wäre, wird von zwei Personen besetzt. Die Busse verkehren zwischen den etwas größeren Orten, was ein häufiges umsteigen mit sich bringt. Heute muss ich zweimal umsteigen. Für eine Entfernung von 159 km brauche ich fünf Stunden. Dabei habe ich noch gemogelt, weil ich mir noch den Luxus eines Collectivos (Sammeltaxi) gegönnt habe. Dabei wurde ich auch reichlich abgezockt. An den Umsteigeplätzen ist hektik angesagt. Man kommt an und wird von mehrern Personen belagert, die einem das Denken abnehmen einen mit (falschen) Informationen versorgen, damit man bloss in deren Collectivo einsteigt. Der ist zwar viel schneller aber auch viel teurer. Sobald man aus einem Vehikel aussteigt hat man nicht nur Leute um sich, die einem eine Weiterfahrt aufschwatzen wollen, sondern auch noch serviceorientierte Menschen, die einem gerne mal den Rucksack aus den Hand nehmen wollen um diesen dann gleich in das nächste Vehikel zu beförern. Es gelingt mir so gut wie garnicht Ruhe in die Situation einkehren zu lassen. Da mich die Reisegeschwindigkeit des ersten Busses umgehauen hat, entscheide ich mich ein Collectivo zu nehmen um etwas flotter zum nächsten Ort zu kommen. Das heisst, eigentlich wollte ich ein Collectivo nach Garcias. Übrigens ein bescheuerter Namen für einen Ort, wenn um mit Bussen reis und von solchen Typen umlagert ist. Ständig werden einem Orte um den Kopf gehauen, wenn man dann no gracias (nein Danke) sagt, wird einem schon der nächste Bus aufgeschwatzt. So kommt es zum missverständnis. Ich dachte eigentlich ich hätte ein Collectivo nach Gracias erwischt. Stattdessen eins nach Santa Rosa, ein Ort den ich zwar ohnehin passieren muss, also kein Umweg, aber der Preis fällt entsprechend anders aus. Ebenso habe ich Probleme mit den fünfer Zahlen im Spanischen. Ich hatte verstanden 50 Lempiras. Im Collectivo sitzend erfahre ich, dass sie 500 haben wollen und das Collectivo nur bis Santa Rosa fährt. Abzockerei. MIr gelingt es im Collectivo noch den Preis auf 300 runter zu handeln. Allerdings ist auch das Abzocke. Der Chickenbus hätte wahrscheinlich um die 40 gekostet und wahrscheinlich nur 30 Minuten später dort eingetroffen. Wieder mal Lehrgeld gezahlt. In Santa Rosa angekommen wieder das gleiche Spiel. Nur ist der Ort etwas größer als La Entrada wo der erste Umstieg war, das heisst umso größer der Tumult am Busterminal. Aber diesmal geht alles glatt. Nur ist der Bus noch überfüllter. In Gracias angekommen gönne ich mir erstmal ein Tuktuk für 10 Lempiras um zum Hotel zu kommen. Ich steige in der Finka Bavaria ab, Die Zimmer sind einfach, aber akzeptabel sauber, aber auch nicht wirklich günstig. Aber egal. Nachdem ich den Ort inspiziere entscheide ich mich hier nicht lange zu bleiben. Edi hatte recht Gracias ist ein Drecksloch. Ganz so schlimm vielleicht nicht. Aber ein sehr verschlafenes Nest, wo es auf den ersten Blick nicht viel zu entdecken gibt. In der Finka scheinen außer mir auch keine anderen Reisenden zu sein. Im Lonley Planet wird Gracias als ein Highlight Honduras beschrieben. Ich sehe aber nicht viel was darauf hinweist. Man kann hier wohl eine lohnenswerte drei Tags Trekkingtour machen. Aber danach ist mir im Moment nicht wirklich. Zumal sich hier sicher kein weiterer Interessierter findet. Ich checke die Karte und sehe wie es weiter gehen kann. Einen richtigen Entschluss habe ich noch nicht gefasst. Aber ich denke, dass ich in den nächsten Tagen Hoduras verlassen werde. Zwei Möglichkeiten gibt es, einmal nach El Salvador, dann müsste ich wieder in die entgegengesetzte Richtung, da der Osten El Salvadors nicht wirklich viel zu bieten hat. Von einigen Städten wird wegen der hohen Bandenkriminalität sogar dringend abgeraten. Also weiter nach Nicaragua. Um dorthin zu gelangen muss ich jedoch durch Tegucigalpa. Die Hauptstadt von Hoduras, die ebenfall berüchtigt ist. Nach einiger Recherche bin ich weiter gekommen und habe mich für die Route Gracias -> La Paz; La Paz -> Tegucigalpa; Tegucigalpa -> La Mano (Grenzübergang) entschieden. Dort scheint Ocotal die erste Station in Nicaragua zu sein. Mal sehen!

08.11.2010

Die Ochsenfahrt geht weiter. Ich bin froh, das letzte Hotel verlassen zu haben. Es wuchs zwar Kaffee direkt vorm Schlafzimmer, aber Kaffee zum Frühstück war nicht drin. Stattdessen hat sich mein Hotelzimmer in der Nacht in ein Biotop verwandelt. Aus der Dusche krabbelte einen riesige Kakerlake, diverse Motten flogen nachts durch den Raum un ich will nicht genau wissen, was sonst noch alles über meinen Schlafsack gewandelt ist. Hinzu kam nochm, dass ich kein Vertrauen in die Instalation des Durchlauferhitzers hatte. Die Durchlauferhitzer hier befinden sich meist am Duschkopf. Als ich die Dusche anmachen wollte spritzte aus allen Seiten des Duschkopfs Wasser. Die Steckdose über welche der Durchlauferhitzer betrieben wird befand sich in unmittelbarer nähe und die Drahtverbindungen waren alles andere al VDI gerecht installiert, so blieb die Dusche aus. Also raus und weiter Richtung Tegucilgalpa. Eigentlich war ja noch ein Zwischenstop in La Paz eingeplant. Jedoch habe ich mich spontan um entschieden. Der Grund. Hier läuft alles, aber nicht nach Plan. Ich bin erstmal mit dem Tuktuk zur Bushaltestelle gefahren. Dann kam in Bus der nicht soweit fuhr wie ich eigentlich wollte. Ich habe mich entschieden einzusteigen und mit zu fahren. Am Ziel angekommen wurde ich gleich von einem Pick Up aufgeschnappt, der mich dan dahin brachte wo ich eigentlich dachte nach La Paz umsteigen zu können. Das geht zwar auch, ist aber umständlich und der Bus nach Tegucugalpa fuhr früher. Hier wurde ich am Busterminal gleich zweimal belogen. Ersten der Bus sollte 200 Lempiras kosten, kostete dann aber nur 100. Die zweite Lüge, der Bus sollte gegen 15 Uhr in Tegucigalpa ankommen, kam dann letzlich erst um 16:00 Uhr an. Aber wieder mal ein komfortabler Bus. Das Geld was ich eingespart habe, habe ich dann gleich an einen Taxifahrer zahlen dürfen. Der hat mich nämlich abgezockt. War mir aber letzlich egal. Aber dann das Hotel, 480 Lemprias, ich hatte bessere Zimmer für 120. Dafür ist die Dusche aber akzeptabel. Das brauche ich auch, denn die Fahrt auf dem Pick Up war staubig und ich habe seit zwei Tagen keine Duche mehr gesehen. Dafür war der Mensch vom Hotel hilfsbereit. Morgen muss ich um 4:00 Uhr aufstehen, weil ich um 5:00 Uhr vom Taxi abgeholt werde. Mein Bus Richtung Nicaragua startet um 6:05 Uhr (morgens). Ich muss noch ein Busticket kaufen. Immerhin alles organisiert. Ich bin mal auf den morgigen Grenzübergang gespannt. Ich habe viel zu viele Lempiras die ich wechseln muss. Aber heute gibt es immerhin Internet, so dass ich die Umtauschraten mal recherchieren kann.

Damit verabschiede ich mich hier von Honduras, ich hatte auch hier ne super Zeit, die Leute waren größtenteils nett und hilfsbereit, nur vor den Amigos muss man sich ein wenig in acht nehmen. Schlechte Erfahrungen hatte ich hier nicht. Zur hohen Kriminalitätsrate habe ich als Opfer jedenfalls nicht beigetragen.



03.11.2010 bis 05.11.2010

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03.11.2010

Am ersten Tag in Copan habe ich mir erstmal versucht einen Überblick über die Aktivitäten hier zu verschaffen. Copan ist ein nettes Städtchen und sehr überschaubar. Ansonsten habe ich nicht viel gemacht. Das Hostel hier ist ein absoluter Volltreffer gewesen. Wenn nicht gar eins der Besten in denen ich bislang gewesen bin. In meinem 6 Bett Zimmer bin ich der einzige Bewohner. Hier sind aber noch einige andere Leute. Ich habe Glück, da ich im obersten Stockwerk lebe. Dort gibt es eine Terrasse mit Hängematte. Auf der oberen Etage ist derzeit noch Sheldon aus Kanada und Edi aus den USA, zwei ältere Herren, die ganz witzig drauf sind. Außerdem sind ja noch Jens und Lena aus Münster hier und ein weiteres deutsche Päarchen, deren Namen ich vergessen habe. Beide Päarchen sind im Studentenalter. Also wieder mal ein recht kommunikatives Hostel.

Die meise Zeit des Tages verbringe ich mit Sheldon und Edi in der Hängematte. Sie fangen schon zu früher Stunde an dem Rum zu fröhnen. Wir schauen die meiste Zeit CNN was im Moment ganz interessant ist. Weniger wegen der Wahlen in USA sondern wegen der vielen anderen Info die man mitbekommt. So erfahre ich, dass es wohl Probleme an der Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica geben könnte. Der Grund: Costa Rica hat kein eigenes Millitär und Millitärtruppen haben die Grenze verletzt. Von Edi, der sich hier in der Gegend gut auskennt und eigentlich nur hier ist um sich die Zähne neu machen zu lassen, erfahre ich, dass dies nichts ernstes ist, sondern immer wieder mal vorkommt. Im deutschsprachigen Internet erfahre ich nichts über diesen Konflikt.

Abends gehe ich dann mit dem Päarchen deren Namen ich vergessen habe aus. Wir gehen richtig teuer Essen und treffen uns noch mit zwei jungen Amerikanerinnen. Insgesamt eine ziemliche Yuppierunde und ich fühle mich wie ein Opa. Zurück im Hostel erfahre ich von Edi, wie man hier günstig leben kann. Wir trinken noch eins zwei Gläser Cuba Libre und dann gehe ich schlafen.

04.11.2010

Zunächst gehe ich auf dem Markt essen. Ich frühstücke am Markt mit den einheimischen. Es gibt gib mit Hähnchen gefüllte Tortillas, dazu gibt es Rote Beete mit zwiebeln und einen Saft, bei dem ich nicht rausbekomme was es eigentlich ist. Irgenwas milchiges, schmeckt aber fruchtig nussig. Es ist aber kein Tamarindensaft. Nun bin ich wohlgenährt und bin bereit mit Jens und Lena nach Tikal zu fahren.

Die Ruinen wirken auf den ersten Blick nicht so spannend wie das was ich bislang gesehen habe. Die Anlage ist recht groß und gut erhalten. Einige Stellen sind jedoch abgedeckt und die Steine vor Witterung zu schützen. Teilweise stehen dort Repliken, teilweise sind es noch Originale. Erkennen tut man dies daran, dass die Originale überdacht sind. Die Repliken hingegen nicht. Insbesondere an der Treppe der Inschriften ist es schwer gute Fotos zu machen, da auch diese Überdacht ist. Insgesamt ist es eine Anlage die es zu besichtigen Wert ist. Vor allem wegen der vielen Details die es hier zu entdecken gibt. Entsprechend reich fällt daher meine Ausbeute an Fotos aus. Hier die schönsten Bilder von der Anlage:

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Stele ohne Dach, daher eine Imitation, aber viel schöner anzusehen.

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Ein gut erhaltenes Original.

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Altar in Form einer Schildkröte. Ebenfall ein Original. Etwas ärgerlich sind die Drähte.

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Der Ballspielplatz A.

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Fresken in Form eines Papageienkopfes am Ballspielplatz. Dies habe ich bislang nur in Copan entdeckt.

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Treppe der Inschriften. Verziert mit diversen Skulturen und unzählichen Hyroglyphen. Leider überdacht, nicht begehbar, daher war fotografieren nur mit vollem Zoom und langsamer Verschlusszeit möglich, was zu verwackelten Fotos geführt hat.

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Ein großer Steinkopf. Auch hier wieder störender Draht.

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Ein weiterer von vielen Altaren.

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Details (dieses Männchen hat mich an das Michelinmännchen erinnert)…

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Details (Originalzustand)

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Detail (Krokodil an dem der Zahn der Zeit genagt hat=

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Bei dieser Aufnahme sprangen die automatischen Gesichtserkennungen der Kameras an.

Also, wie ihr gesehen habt, ist Copan recht fotogen, auch wenn es einige Einschränkungen gab.

Nachdem wir die Ruinen besichtig haben, wollten wir uns den Naturpfad und das Museum nicht entgehen lassen. Lena und Jens erweisen sich als Vogelinteressierte. Das hat einen Vorteil Sie sehen wirklich jeden Vogel, da wo ich nur Geäst erkenne bleiben die beiden vor begeisterung stehen. Irgendwann finde ich die meisten Vögel dann auch. Allerdings nicht Kameragerecht positioniert. Dabei sind einige sehr exotische Exemplare. Die beiden sind auch bemüht die Vögel zu identifizieren. Kommen wir zum Nachteil. Jeden zehnten Schritt stehen bleiben und staunen. Aber warum nicht? Ich fands klasse mit den beiden.

Das Museum hätte ich nie gefunden. An einer Stelle wo wir nicht mehr weiterwissen, treffen wir einen jungen, mit Maschinenpistole bewaffneten Soldaten, der uns den Weg weist. Der Pfad wird immer enger und ständig kämpfen wir uns durch Spinnennetze.

Das Museum beinhaltet gut erhaltene Stein, die sehr schön präsentiert sind. Der Eintritt kostet extra, aber ist empfehlenswert. Geteilte Meinungen habe ich zu den ebenfalls vorhandenen und begehbaren Tunnelanlagen gehört. Hier kostet es wieder Eintritt, also sparen wir sie aus.

Hier ein paar Bilder aus dem Museum:

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Fledermausmensch.

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Eine Art Tryptychon.

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Dieser Knabe ist mir aufgefallen, weil er völlig aus dem Stil herausfällt. Keine Kopfbedeckung und einen Punkt auf der Stirn. Wirkt irgendwie mehr asiatisch. Ein Beweis für Atlantis?

Den Abend verbringe ich dann mit Edi und Sheldon, die mir gleich Zigarren und Rum anbieten. Wir gehen Anschließend auf der Straße essen. Billig und lecker. Edi hat für morgen große Pläne. Er bekommt morgen sein letztes Implantat wenn alles gut läuft und will Spagetti kochen. Grübelt den ganzen Abend über die perfekte Rezeptur der Sosse. Ansonsten wird wieder viel herumphilosophiert. Edi will auch nach Europa, wo er noch nie gewesen ist und will Tipps für Deutschland. Natürlich will er nach Bavaria und er will eines, Bier trinken. Ich selbst nur noch eingeschränkt Zurechnungsfähig gebe ihm auch noch meine Emailadresse und mache ihm das großzügige Angebot mich zu besuchen. Sage ihm aber auch, dass es schönere Gegenden in Deutschland gibt.

04.11.2010

Ich habe mich entschieden hoch zu Ross eine Tour zu unternehmen. Ich habe einen Guide für mich alleine. Das Pferd erweist sich zu meinem Glück als kleiner Klepper, ist acht Jahre alt und hört (oder auch nicht) auf den Namen Princessa. Ich glaube als Princessa mich erblickt bekommt ein einen Schrecken. Ich fühle mich überproportioniert für dieses Pferd. Was solls. Aufsitzen und ab geht die Post. Zu Anfang fühle ich mich etwas unwohl auf dem Gaul. Wir reiten zu viert (der Guide, Princessa und das Pferd vom Guide) in ein Mayadorf. Princessa geht streckenweise wie ein Esel. Mal langsam, dann auf mir nicht nachvollziebaren Grund legt sie an Tempo zu. Das langsame Tempo ist mir lieber. Mit dem Guide, der kein englisch spricht, habe ich mal wieder die Chance spanisch zu praktizieren. Er korrigiert mich auch geduldig also gibts noch ne ne Spanischstunde gratis dazu. Was will man mehr? Wir reiten mehr oder weniger gemütlich in ein Mayadorf. Dort angekommen wollen mir Kinder ihre Bastelein aufschwatzen. Das Übliche halt. Der Guide führt mich zu einem Haus, wo Frauen ihre Bastelleien anbieten. Zum meinem Glück ist das Haus jedoch geschlossen. Dann gehts zu Fuss in den Dschungel. Erst zeigt er mir eine Mayaerfindung. Eine Wasserquelle durch die Wasser in zwei Becken fließt. Das erste Becken diente zur Trinkwassergewinnung und das zweite etwas tiefer liegende Becken zum Wäsche waschen. Das Wasser lief vom Berg herab.

Dann ging es zum einem Ort mit dem Namen Sapon. Hier bei handelt es sich um eine Mayastädte wo jedes Jahr ein neugeborenes Kind geopfert wurde. Auf Anhieb ist hier nichts zu erkennen. Erst durch den Guide erkenne ich einige Fresken. Hier die Bilder:

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Wer erkennt was oben abgebildet ist? Vermutungen bitte kommentieren.

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Diese Skultur soll einen Frosch darstellen.

Als wir zurück zu den Pferden gehen kommen uns einige Frauen mit zwei Babys auf dem Arm entgegen. Hmm, ob der Platz noch aktiv genutzt wird frage ich leiber nicht.

Ich schaffe es ohne zu stürzen zurück in den Ort Copan zu gelangen. Dort angekommen schmerzen mir die Knie. Zum Reiten braucht man wohl O-Beine. Dummerweise habe ich bei dem Ausritt meine Speicherkarte im Netbook vergessen. Also gibt nur die Fotos von den skurillsten und originellsten Mayaruinen die ich bislang gesehen habe. Das werden auf meiner Reise wohl die letzten Mayaruinen gewesen sein. Denn Copan war wohl einer der südlichsten Mayaregionen. Damit nehme ich Abschied von einer Kultur deren Hinterlassenschaften mich sehr beeindruckt haben. Damit wird die Reise wohl auch einen anderen Verlauf annehmen. Ich freue mich auf tiefere Einblicke in die Dschungelwelt weiter im Süden.

Im Hostel angekommen pfeilt Edi immernoch an seinem Rezept. Er hat alle Zutaten gekauft. Der Grund weshalb es perfekt sein muss. Edi hat eine Flamme aufgetan und diese zum Essen eingeladen. Sie bringt den Wein und den Rum mit, außerdem will sie dass Edi ihr hilft. Denn es gibt wohl Probleme mit dem Gericht. Man will ihr ihre Kinder wegnehmen und Edi soll helfen. Edi will eigentlich garnicht, hat sich aber irgendwie in die Dame verguckt, die er auch schon länger kennt.

Sheldon hingegen war gestern Abend noch in irgendeiner Bar, hat 20 Bier getrunken (nach einer halben Flasche Rum) und hat seinen Schlüssel verloren. Weswegen er Edi wecken musste. Gegen 13 Uhr wird Sheldon dann wach und sieht nicht besonders fit aus. Als er erfährt, dass Edi besuch bekommt will er auch noch einen Beitrag zum gelingen der Spagetti leisten. Was wohl? in eine gute Sosse gehört Wein und den geht Sheldon erstmal organisieren, wohl auch um was zum Frühstücken zu haben. Da er mir freundlich gesinnt ist, wird mir auch ein Glas Wein angeboten. Ich lehne jedoch dankend ab.

Daisey, Edi’s Herzdame taucht etwas verspätet auf. Genau zu dem Zeitpunkt als Edi mich bittet von seiner Sosse zu kosten um noch Tipps zu geben, wie man sie verfeinern könnte. Daisey hat alles versprochene mitgebracht und für Edi noch ein Buch. Ich ziehe mich auf mein Zimmer zurück ohne in den Genbuss der Sosse gekommen zu sein, da ich neugierig bin lasse ich jedoch die Tür auf um zu lauschen. Daisey geht voll zur Sache und bald geht es hoch her. Nach kurzer Zeit steht das Thema Partnersuche an. Edi ist sichtlich nervös und etwas verunsichert. Sheldon macht Andeutungen, dass Daisey mich doch bei ihren Erziehungsproblemen zu Rate ziehen soll. Schließlich bin ich ja Sozialarbeiter. Ich ziehe mich jedoch gekonnt aus der Affäre. Daisey ist auch nicht sonderlich interessiert, schließlich hat sie Edi zu ihrem Helden auserchoren. Außerdem sehe ich, dass die Liter Flasche Rum schon halb leer ist. Daisey hat sich beim Rum nicht lumpen lassen. Sie hat gleich den sieben Jahre gereiften Rum gekauft, also den teuersten. Dementsprechend gelassen geht es inzwischen auch schon zu. Es werden schmuddelige Witze erzählt, Edi schaut etwas verliebt aber auch verunsichert. Daisey begrabscht Edi von Zeit zu Zeit, eiert jedoch ziemlich herum, wenn es darum geht wie sie sich ihren nächsten Ehemann vorstellt. Geld ist ihr nicht wichtig, sie sucht nach einem Gentleman, der ihren missratenen Kindern ein gutes Vorbild sein soll, aber nicht die Vaterrolle übernimmt. Die Spagetti scheinen gut geschmeckt zu haben, zumindest ist alles weggefuttert. Schade eigentlich, Edi kann kochen und es wäre sonst noch eine Portion für mich drin gewesen.

Während des Stell Dich ein gehe ich schoppen. Gegenüber des Hotels gibt es einen erstklassigen Souvenierladen der akzeptable Preise hat und mir alles zum Paket zusammenpackt. Also sind schonmal die Weihnachtsgeschenke für die Familie gesichert. Jetzt muss nur noch der Versand klappen. Daisey gibt mir einige Tipps was ich bei der Paketaufgabe beachten soll. Da mit dieser heute nichts mehr anzufangen ist, beschließe ich mal zu sehen, wer sonst noch alles im Hostel rumläuft. Seit gestern sind alle ausgeflogen und es ist sehr ruhig. Aber ein Päarchen aus den Niederlanden ist anwesen. Wir beschließen gemeinsam ins Zentrum zu gehen. Da Freitag istm steppt hier der Bär. Es gibt ein besonderes Schmankerl. Hier gibt es eine gut organisierte Rockertruppe. Überall im Zentrum stehen Chopper, es wurden zwei Bühnen aufgebaut und auf einer spielt eine Rockgruppe. Es gibt billiges Bierm aber heute bleibe ich mal enthaltsam. An den Kutten der Biker erkennt man dass sie von weither angereist sind. Selbst der Webmaster des Hells Angels Chapter aus Guatemala gibt sich die Ehre. Viele harte Jungs sind anwesend und viele leichte Mädels. Um in Honduras eine junge Frau zu bezirrpsen muss man Edi heissen oder ein fett getunetes Motorrad besitzen. Die Mödel lassen sich gerne auf den Bikes ablichten, die Kinder lässt man auf den Motorrädern rumturnen. Typisch Hells Angels. Man zeigt sich freundlich, bürgernah und sozial engagiert, Einritt ist frei, aber das rote Kreuz bittet beim Einlass um Spenden. Wir gucken uns das treiben eine Weile an, verschwinden dann aber. Den Reibach machen die Kneipen, Restaurants und die Fressstände, wo auch wir essen gehen. Ich werde von den beiden Holländern eingeladen. Also wieder essen umsonst. Was will man mehr. Anschließend gehen wir zurück ins Hostel. Von Edi und Sheldon keine Spur. Eigentlich ungewöhnlich und es für ihre Verhältnisse ungewohn aufgeräumt. Da scheint wohl Daisey mitgewirkt zu haben. Nur der Aschenbecher ist voll mit Zigarrenstummeln. Was dagegen spricht, dass die Hotelbesitzer aufgeräumt haben.

Heute hatte ich auch eine echte Schrecksekunde. Ich sass mit Bas (der Niederländer) auf einem ausgebauten Autositz vor dem Hotel und wollte mir was zu trinken kaufen. Plötzlich stelle ich fest, das mein Portemonaie verschwunden ist. Mein erster Gedanke, ich habe ihn im Zimmer. Dort durchwühle ich alles, finde es aber nicht. Ich weiß aber genau, dass es ich es vor kurzem noch hatte, Ich wurd auch nirgenwo angerempelt oder habe sonst nur noch eine Erklörung. Ich muss es verloren haben. Letzte Möglichkeit die mir noch einfällt, vielleicht im Autositz vor dem Hotel. Ich atme auf, als ich es dort wieder finde. Darin war immerhin mein Personalausweis und meine Visakarte. Geld wäre zu verkraften gewesen. Aber nochmal Glück gehabt.

Nachts brettern dann ständig getunte Motorräder durch die Gegend. Insgesamt ein super Tag an dem ich viel erlebt habe. Es war lustig, ich hatte etwas sportliche Betätigung, mir wurde ein Essen ausgegeben und es gab Livemusik und an Entspannung hat es mir auch nicht gefehlt.