26. bis 29.09.2010 Semuc Champey

30 09 2010

Hallo liebe Leser,

am 26.09.2010 entscheide ich mich morgens recht kurzentschlossen Flores zu verlassen. Der Grun – Richard will weiter nach Lanquin. Auch sonst verlassen alle aus dem Dorm den Ort. Auch die junge Koreanerin verlässt Flores, allerdings fährt sie nach Semuc Champey, was NUR 9 km von Lanquin entfernt ist. Die Koreanerin heisst seit heute übrigens Insoue, ich hoffe ihren Namen richtig geschrieben zu haben. Sie reist jedoch in einem anderem Bus.

Die Fahrt dauert ewig. Die Straße ist anfänglich gut, dann wird es steil wir schrauben uns immer weiter in die Hochebene Verapaz. Die Kullisse wird immmer spekatulärer ich sitze über der Kupplung und es wird richtig heiss. Irgendwann endet der Asphalt es geht zunächst weiter über Schotterpiste, diese wird immer wieder durch Schlammpiste unterbrochen. Die Straße ist einspurig, gelegentlich kommen und uns LKW’s, PKW’s oder andere Busse voll mit Touristen entgegen. Es kommt zu spekaktulären Ausweichmanöver. Ich sitze auf der rechten Seite des Busses und habe an einigen nicht bewachsenen Stellen den Abgrund vor meinem Augen. Die Fahrer kennen diese Straßen jedoch sehr ganau und arbeiten gut zusammen. Kommunikation erfolgt über Hubsignale. Nach ungefähr 8 Stunden Fahrt im Collectivo erreichen wir dann Lanquin. Es folgt eine spektaktuläres anwerben der Gäste. Ein Schlepper springt am Ortseingang nach kurzem Kampf mit seinen Kontrahenten auf die Leiter des Busses, klemmt sich dort fest und hält und die ganze Zeit die Werbezettel an die Scheibe, brüllt irgendwas in den Bus. Aber der Motor ist zu laut so verstehe ich nichts. Aus dem Bus raus werden wir erneut umworben. Nach kurzem Überlegen springen Richard und ich in irgendeinen Pick Up in der Hoffnung ein gutes Hostel zu ergattern. Wir haben vor allem auf den Preis geachtet, alle anderen Versprechungen erschienen uns zu subjektiv. Während der Busfahrt haben wir uns breits entschieden nicht in Lanquin zu bleiben, sondern nach Semuc Champey zu reisen. Kurz nach dem wir im Pickup sitzen gesellt sich eine weitere Person in der Wagen. Insoue steigt ein, hocherfreut uns zu sehen. Die nächsten 9 km zum Hostel übertreffen die letzten Streckenabschnitte der Reise. Es geht noch steiler bergauf und die Straße wird noch schlechter. Ständig springen Arbeiter auf die Ladefläche des Pick Up’s auf. Hier hilft man sich. Für die angegebenen 9 km brauchen wir weitere 45 Minuten. Am Hostel angekommen erweist sich unsere Entscheidung als Glücksgriff. Das Hostel Postal ist kein gewöhnliches Hostel, sondern eine sogenannte Eco Lodge. Superschön gelegen mit den Bergen, alles ist piccobello sauber, das einzige was fehlt ist Strom, den gibt es zwar, aber nur zur Beleuchtung in der Zeit zwischen 6 und 22 Uhr, danach gibt es ausschließlich Kerzenlicht. Insoue, Richard und ich verstehen uns prächtig. Außerdem treffe ich dort weitere bekannte Gesichter. Die beiden Israelischen Mädels aus Tulum sind auch dort. Allerdings nach wie vor sehr reserviert. Wir haben einen schönen Abend und entscheiden uns am nächsten Tag die Tour mit allen Highlights und Guide zu buchen. 135 Quetzales inklusive aller Eintrittsgelder erscheinen uns unverschämt billig also geben wir auch ordentlich Trinkgeld.

Am nächsten Tag gibt’s dann erstmal Frühstück, dass fällt reichhaltig aus und das ist auch gut so, denn um 10 Uhr geht es los. Erstmal 1,4 km entlang steiler Gebirgspfade auf weitesgehend unbefestigten Untergrund auf rutschigem Stein, an einigen Stellen gibt es gute Bohlenwege mit Gelände und Holztreppen teilweise sehr steil und immer sehr rutschig, da es hier permanent feucht ist. Wir bekommen noch einige hinweise, die Blätter einer Pflanze sollen super Verbände mit Heilwirkung sein, dann gibt es noch etwas zu Essen, ein Obst oder Gemüse, das aussieht wie eine Frühlingszwiebel aber ganz anders schmeckt, außerdem zeigt uns der Guide noch wilden Kardamon. Dann erreichen wir das eigentliche Semuc Champey. Es sind natürliche Pools die teilweise unterirdisch von extrem starken Wasserströmungen unterspült werden. Dennoch kann man bedenkenlos in den Pools schwimmen und von den steilen Hängen springen. Das ist jedoch nichts für mich. Der Guide belächelt mich ein wenig. Richard erweist sich jedoch als eifiger Springer und nimmt jeden Sprung mit. Insoue hält sich zunächst vom Wasser fern. Der Guide, Richard und ich legen im Wasser ein gutes Tempo vor. Nach der schweisstreibenden Wanderung ist das Wasser mit seiner angenehmen Temperatur genau das Richtige. Irgendwann stellen wir fest, Insoue ist Nichtschwimmerin. Bzw. sie kann sich zwar über Wasser halten, bekommt jedoch schnell Panik. Also schwimmen Richard und ich wieder zurück, der Guide ist etwas genervt, weil sein Zeitplan durcheinander gerät. Wir beiden nehmen Insou dann abwechelnd Huckepack und so kommt Insoue auch audf ihre Kosten. Es gibt natürliche Wsserrutschen, die jedoch nicht sehr popofreundlich sind. Aber egal. Den Spass lass ich mir nicht nehmen. Es passiert auch nichts. Dann gehts wieder zurück zum Hostel, wo wir Mittagesen bestellen. Der Guide hat langsam Spass an uns und zeigt uns vieles weitere. Kaffee wächst hier wild, ebenso Kakao. Wir erfahren dass es insgesamt 17 Mayasprachen gibt. Insbesondere Kinder sprechen noch kein spanisch. Der Guide bringt und ein Gruß und Abschiedsformel auf Maya. Ich hab sie jedoch schnell vergessen. Insoue grüßt alle entgegenkommenden Menschen in maya. Was für viel Freude sorgt. Nachdem wir das Mittagessen bestellt haben gehts wieder zum Fluss, Wildwasserrafting in LKW Schläuchen steht an. Aber vorher springt Richard noch von der Brücke, nicht weil er Schluss machen will, sondern aus purer Lebensfreude. Es geht geschätze 12 meter hinab in schnell fließendes Gewässer. Für mich ist das jedoch nichts. Ich freue mich auf Wildwasserraftig. Die arme Version in LKW Schläuchen. Insoue hält sich wacker, bekommt den Schlauch aber nicht wirklich Kontrolle. Richard stellt sich ziemlich dämlich an und schafft es nicht den Weisungen des Guide zu folgen. Er hält sich die ganze Zeit am falschen Uferrand auf, was wegen der Strömung, der Äste und der Felsen im Wasser nicht ungefährlich ist. Mir kommt meine Kajakerfahrung zu gute und natürlich meine großen Hände. Ich meister das Stück ohne Schwierigkeiten. Richard schafft es auch unsere Kette nach nur ein paar Sekunden zum kentern zu bringen. Aber was solls, wir haben mordsspaß.

Anschließend gibts üppig Mittagessen, Danach folgt ein weiteres Highlight. Wir erkunden die Höhlenwelt von Semuc Champey. Der Guide wechselt. Wir nennen ihn den Höhlenmenschen. Die Höhlentour die uns bevorsteht, wäre in Europa undenkbar. Es geht in die Höhle, dort geht es direkt ins Wasser. Wir erhalten eine Kerze, der Höhlenmensch hat zusätzlich eine Spirnlampe und zwei weitere Kerzen, an einigen Stellen in die Höhle stehen Kerzen, die der Orientierung dienen. Wir klettern im Dunken steile Passagen, teilweise mit Leiter oder Seil gesichert. Die Strömung ist an machen Stellen so stark, dass die Kerzen einfach vom Windzug ausgeblasen werden der hierdurch entsteht. Teilweise müssen wir Schwimmen, auch hier wieder Teamwork damit Insoue auch mit kommt. Richard wagt einen Sprung von einem Felsen im dunklen. Für mich ist das mal wieder nichts und auch Insoue wartet lieber. Ich versuche mich als Fotograf im der Dunkelheit. Es ist aber fast zwecklos, meine Kamera habe ich zwar in einem Beutel gut geschützt, doch ich hole sie jedesmal heraus um Fotos zu machen, irgendwann ist sie feucht und streikt. Nach ein paar Stunden erholt sie sich jedoch wieder.

Abends gibts dann noch geselliges Beisammensein mit den Hotelmenschen. Ich liefere mir eine gute Partie Schach mit Cäsar. Dann bringen wir Insoue noch das Schachspiel bei, Zunächst helfe ich ihr, dann helfen ihr Cäsar und Richard. Ich erfahre meine zweite Niederlage. Bitter, Bitter. Dann spielt Richard gegen Insoue und ich helfe Insoue. Das heisst eigentlich spiele ich alleine gegen Richard. Hah, super nach ungefähr zwanzig Minuten ist Richard schachmatt. Cäsar schlägt Richard in nur 10 Minuten.

Gegen 1.00 Uhr komme ich dann endlich mal ins Bett und muss am nächsten Tag schon wieder um 6 Uhr aufstehen, da wir gegen 7 Uhr losmüssen.

Am nächsten Tag entscheiden Insoue und ich nach Antigua zu fahren. Richard will eigentlich in den Ort Rio Dulce um dann über den Rio Dulce mit dem Boot weiter nach Livingston zu fahren. Unser Pick Up Fahrer erhält einen Anruf, und teilt Richard mit, es gab Erdrutsche und die Straße sei blockiert. Ich hoffe kurz, dass sich Richard uns anschließt, will dann aber aus irgendeinen Grund nach Guatemala City.

Die Fahrt führt uns über gute Asphaltstraßen. Allerdings sieht man überall Bauarbeiter welche die Straße von Schlammlawinen befreien. An einigen Stellen ist die Straße ganz abgesackt und es wurden improvisierte Behelfstraßen gebaut. Es regnet den ganzen Tag bis in die Nacht. Abends erreichen wir dann völlig erschöpft Antigua. Insoue und ich schließen sich ein paar anderen an, die mit Reiseführer unterwegs sind und suchen ein Hostel, werden auch bald fündig. Insoue hat eine Sprachschule gebucht worin ein Homestay enthalten ist. Darum trennen auch wir uns. Schade. Aber ich gehe davon aus, dass ich Insoue unterwegs nochmal treffen werde. Sie hat in etwa die gleiche Route wie ich vor sich und auch die Zeit ist in etwa gleich. Also werden Emailadressen ausgetauscht. Im Hostel angekommen fällt es mir schwer mich auf neue Leute einzustellen, außerdem bin ich hundemüde, darum verziehe ich mich in mein Zimmer und gehe früh zu Bett.

Hier die Bilder:

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Unser Hostel (im hinteren Haus haben wir geschlafen).

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Auf dem Weg zu unsere Badewann (Unser Guide, beachte die Treppe im Hintergrund, das war purer Luxus).

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Blick auf unser Schwimmbad (noch sind wir nicht da, aber mein T-Shirt ist nassgeschwitzt).

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Dieser Abschnitt ist nicht zum schwimmen geignet, vielleicht eher was für sehr erfahrene Wildwasserkanuten, wenn überhaupt.

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Hier geht es beschaulicher zu.

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Badewanne der Superlative

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Richard vor seinem Todessprung in der Höhle (der andere Mensch ist der Höhlenmensch)

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Der Versuch im dunklen zu fotografieren

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(von rechts nach links: Ich, Insoue, Richard)

Es war ne super Zeit in Semuc Champey. Wir hatten viel Spaß und sehr viel Glück mit dem Wetter. Viele andere sind nicht in die Höhlen gekommen, da diese bei Regen nicht pasierbar sind. Wir aber hatten Glück.



26.09.2010 Tikal

27 09 2010

Hallo liebe Leserschaft,

eigentlich wollte ich heute noch einen Tag abschalten. Da das Wetter aber gut war und die Prognosen für die nächsten Tage schlecht, ich darüber noch zeitig aus dem Bett gekommen bin und am Vorabend Richard aus Manchester kennengelernt habe, der heute wiederum nach Tikal möchte und ich mit ihm blenden verstehe, steht dem Vorhaben Tikal nichts im Wege.

Also mal wieder marode Mayabauten anschauen. Zu Tikal gilt zu sagen, ein tolle Anlage, mitten im Dschungel gelegen und völlig verwuchert. Nachdem es Richard und mir gelang eine Gruppe Franzosen abzuwimmeln, die schreiend durch das Gelände gerannt sind, hatten wir auch unsere Ruhe. Man läuft die meiste Zeit ungestört Dschungelpfade entlang und das ist es was Tikal ausmacht. Ich fand Uxmal fotogener, Chitzchen Itza war zu überlaufen aber gigantisch. Aber Tikal ist der Wahnsinn wenn man dort ist. Ich glaube ich habe mehr Fotos von wilden Tieren gemacht als von Ruinen, weil diese teilweise noch recht zugewuchert waren. Was natürlich dazu beigetragen hat, dass man sich wie Indiana Jones fühlt. Das Gelände von Tikal diente auch als Kulisse des Mel Gibson Films Apocalyptika. Aber das nur am Rande. Die Pyramiden sind unglaublich steil und hoch, wenn man oben ist hat man eine tolle Aussicht über die Dschungellandschaft. Hier trifft man nicht wie in den bisherigen Ruinen auf Leguane, sondern auf eine viel mehr. Ich sehe Tukane, wilde Truthähne, einen Specht, eine Vogelspinne, Ameisenbären laufen hier überall herum und narben sich an Blattschneideameisen. Darüber hinaus entdecken wir einen Kolibri und riesige Heuschrecken achja und natürlich Affen die im Baum herumkraxeln. Ebenfall sehr angnehm, man ist nicht schutzlos der Sonne ausgeliefert, da die Baumkronen angenehmen Schatten spenden. Statt Sonnencreme hätte ich mir lieber Insektenschutzmittel auftragen sollen. Aber ich bleibe von Insektenstichen weitgehend verschont.

Im Gegensatz zu mir macht Richard irgendwann schlapp. Ständig macht er eine Pause und an der letzten Struktur angekommen will er nicht mehr so recht. Wir trennen uns und machen einen Treffpunkt aus. Er möchte sich ausruhen und etwas essen. Ich komme 20 Minuten vor der vereinbarten Zeit am Treffpunkt an. Vereinbart war der 16 Uhr Bus, doch von Richard keine Spur. Da ich das Rückticket habe warte ich auf den 17 Uhr Bus. Doch Richard taucht nicht auf, ebensowenig der 17 Uhr Bus. In der zwischenzeit kommt eine junge Koreanerin am Treffpunkt an, die auch bei uns im Hostel ist. Ich frage sie ob sie Richard gesehen hat. Nichts. Ich klapper nochmal alle Restaurants ab. Von Richard keine Spur. Langsam mache ich mir Sorgen. Mit der jungen Koreanerin nehme ich dann den letzten Bus, wir sind die letzten auf dem Gelände, es wird dunkel und Gewitter zieht auf.

Anschließend gehen wir erstmal essen. Danach ins Hostel. Von Richard keine Spur. Ich kann auch nicht genau erkennen, ob er wieder im Zimmer gewesen ist. Also mache ich erstmal das halbe Hostelo rebellisch. Alle machen sich Sorgen. Plötzlich kommt Richard reingeschneit und entschuldigt sich. Er hatte einen früheren Bus erwischt, hatte einem Busfahrer jedoch gesagt, er solle mir bescheid geben, was er jedoch nicht getan hat. Naja was solls. Immerhin habe ich mich mit der jungen Koreanerin angefreundet.

Hier die Fotos von Tikal (heute mal mehr Tierbilder, alle freilebens wohl gemerkt):

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Vogelspinne

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Ameisenbär

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Wilder Truthahn

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Affe

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Irgendein Vogel

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Tukan

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Tempel ohne Ende

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Über den Dächern des Dschungels

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Jaguartempel

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So, bis die Tage liebe Leute. Ihr dürft mich weiter beneiden.



25.09.2010

25 09 2010

Inzwischen bin ich schon 20 Tage unterwegs. Kommt mir aber irgendwe viel Länger durch. Ich denke, dass ich bereits einiges erlebt habe und auch die eine oder andere Situation ganz gut gemeistert habe.

Es regnet den ganzen Tag wie sonst nur was. Ich habe das Wetter und die hier recht flotte Internetverbindung mal dazu genutzt einige Videos hochzuladen.

Hier die Links:

Rikschastau in Mexiko.

Kameraschwenk über Uxmal. Hier wird die Dimension dieser Anlage etwas deutlicher als auf den Fotos.

Schnorcheltour in Sian Kaan.

So, dass soll erstmal reichen. Viel Spass beim gucken.



24.09.2010 Flucht vor dem Huricane

25 09 2010

Hallo liebe Leser,

die letzte Nacht habe ich ganz schlecht geschalfen. Zum einen war es unglaublich stickig in meiner Bretterbude, allerdings habe ich Nachts kein einziges Ungeziefer gesehen. Also alles Picobello. Dennoch, die Bauweise hat einen Vorteil, man bekommt jeden Windstoß mit. Gegen Mitternacht kommen immer kurze heftige Stürme auf, meist in Kombination mit heftigen Regenfällen. Immer wenn so ein Windstoß kommt jaulen alle freilebenden Straßenköter auf, von denen es hier wirklich unmengen gibt. Es gelingt mir dann doch noch ein paar Stunden Schlaf zu ergattern. Um 7:30 Uhr verlasse ich dann mein Hotel und mache mich gleich auf zum Busbahnhof. Ich habe mich entschieden in die Hauptstadt Belmopan zu fahren. Sie liegt etwas höher und laut Hotel Opa ist die Stadt sicher UND dort soll sich das deutsche Konsult befinden. In Belmopan angekommen gehe ich erstmal ins Internetcafe. Hmm, Hotel Opas infos erweisen sich als Flopp. Es gibt weder Hostels noch ein Konsulat, dieses befindet sich in Guatemala City. Also entscheide ich mich dafür nach Flores Guatemala zu reisen. Das geht wie folgt: Man nehme einen Bus nach Benque, von dort aus nehme man ein Taxi zur Guatemaltekischen Grenze, dann über die Grenze und dann: I don´t know, but there must be a way.

Alles klar. Also ab in den Bus. Aber so einfach wie in Mexiko ist das in Belize nicht. Denn, das Ticket kauft man im Bus. Das bedeutet es gibt keine Sitzplatzreservierung. Das bedeutet auch, man muss erstmal in den Bus hineinkommen. Leichter gesagt als getan. Der Passagier ist zunächst vom Bus durch eine Gittertür getrennt. Sobald der Bus einfährt fängt die Menschenmasse vor dem Gittertor in Wallung. Dann versucht jeder als erster durch dieses Tor zu gelangen. Dann muss man noch in den Buss hineinkommen. Kein Problem wenn man die Hände freihat. Habe ich aber nicht. Ich trage in der einen Hand gut 18 KG und in der anderen geschätzte 6 kg. Ich kommen beim ersten Versuch durchs Tor, dann aber nicht mehr in den Bus. Nach ungefähr 20 Minuten warten kommt der nächste Bus. Ich bin schon verzweifelt, weil ich nichtmal in die nähe des Tors komme. Irgendwann geben die Einheimischen auf, da das Tor wieder gesperrt ist. Da kommt meine Stunde. Ich blockiere mit meinem Gepäck die beste Stelle wo man durch die Tür kommt. Da inzwischen viele Einheimische an die Fresstände gegangen sind, ist dies ohne weiteres möglich. Ich denke: Verharre hier, kämpfe um Deinen Platz. Die anderen kämpfen mit allen zur Verfügung stehenden Mittel. Meine Waffe sind meine Gepäckstücke. Ich stelle mich schon auf lange warten ein. Plötzlich kommt der Mensch den den Zugang zum Bus regelt und hat noch einen Platz zu vergeben. Ich habe Glück und komme stressfrei in den Bus. Sitze sogar ganz hinten in unmittelbarer Nähe zu meinem Gepäck.

Sofort habe ich zwei Freundinnen. Die eine mag meinen Bart und flirtet gleich mit mir herum was das Zeugs hält, auch sie ist reisend, allerdings mit Klamotten, Schminke und Modeschmuck mit dem sie samt Kindern durch Zentralamerika fährt um dieses Zeugs an Touristenorten zu verscherbeln. Sie kommt wie ich auch gerade aus Cancun und möchte kurzen Zwischenstopp in Belize machen wo sie zu Hause ist. Von ihr bekomme ich viele hilfreiche Tipps und sehr viele Infos über Belize.

Dann gibt es noch eine weitere die ebenfall versuct mich anzugraben, sie ist begeistert von meiner Trinkblase im Rucksack. Sie ist aber etwas langweiliger und steigt auch früher aus. Neben mit sitzt ein Junger Guatemalteke. Der sich als große Hilfe beim Grenzübergang entpuppt. Er gibt an sich gerade wieder vom Denguefieber erholt zu haben.

Irgendwann kommt der Bus dann an. Die Fahrt für durch eine ehr schöne Dschungelähnliche Region. Viele schöne Flüsse viele Hügel geben ein interessantes Landschaftsbild her. Ebenfall sehe ich überall Hinweisschilder für Toruistisch interesannte Gebiete. Ich bedauerer sehr, dass ich dieses schöne Land mit dieser unterschiedlichen Bevölkerung un den lebendigen Menschen so schnell wieder verlasse.

Am Ziel angekommen nehme ich mir mit Jessiah ein Taxi zur Grenze. Ich zeige mich großzügig und bezahle für ihn mit. Man sollte sich auch ein wenig dankbar zeigen. Er hat sich nicht aufgezwungen, sondern hat hilfsbereit meine Fragen beantwortet. Dank ihm bekomme ich auch einen guten Wechselkurs an der Grenze. Dann gehts weiter mit dem Collectivo nach Flores. Ich sitze ganz alleine im Bus, was bei mir anfänglich ein bisschen unbehagen auslöst. Es geht aber alles glatt. Nach 2 Stunden Taxifahrt erreiche ich Flores. Ein nettes Örtchen, wo ich erstmal verweilen werde. Morgen ziehe ich mal mit der Kamera los. Heute war nur noch ausruhen angesagt. Zu meiner Freude sehe ich in meinem Hostel ein bekanntes Gesicht, ein Draufgänger aus Alaska den ich in Tulum kennengelernt habe, ist seit einigen Tagen hier. Nicht unbedingt einer mit dem ich gerne zusammen reisen möcht, aber immerhin kann er mir sagen, wo ich Geld abheben kann, denn mein Geld reicht so gerade noch um mein Bett für die erste Nacht zu zahlen. Außerdem bin ich völlig am Ende meiner Kräfte und mache erstmal ein Nickerchen.

Grüße aus Flores



23.09.2010 Good Bye Belize

25 09 2010

So liebe Leserschaft,

soeben habe ich entschieden Belize nach nur einem Tag wieder zu verlassen. Das hat weniger mit der eben beschriebenen Situation der Stadt zu tun, sondern kaum nachdem ich die letzten Zeilen geschrieben hatte, kam mein Hotel Opa mit einem Standventilator und nötigte mich zum TV gucken. Es wäre ja schön gewesen mal wieder die Lindenstraße zu gucken, aber dem war nicht so. Hotel Opa zappte von einem Wetterbericht zum nächsten und hielt die herumtreibenen Jungs auf der Straße dazu an, sich ebenfalls zu informieren. Denn es zieht Sturm auf im Paradies. Somit war Belize die falsche Entscheidung. Die vorgelagerten Keys auf die ich ja möchte werden bereits evakuiert. Zunächst fand ich das noch recht abenteuerlich, als im TV dann allerdings die Notfallpläne vorgestellt wurde, habe ich den ernst der Lage begriffen. Hier bleiben macht keinen Sinn. Im TV zeigten sie sogar was es diesmal von der EU als Notfallration gab. Beim Stadtrundgang sind mir schon Gebäude aufgefallem mit der Aufschrift: „Huricane Shelter“ Ich denke die Bewohner dieser Region sind genug gebeutelt, wenn der Sturm und das Wasser kommen. Also werde ich dieses Land schon wieder verlassen. Hotel Opa meinte, je weiter westlich umso besser. Super gerade im Westen Guatemalas scheint ja die letzte Katastrophe noch zu herrschen. Ich frage mich die ganze Zeit wie es dann weiter gehen soll. Nicaragua und Honduras sind ebenfalls im Huricanegebiet und wurden jawohl auch schon mächtig von Regenmassen getroffen. Man könnte fast meinen die 2012 Prophezeiung scheint sich umzusetzen.

Hmm, ich überlege heute Nacht noch ob der Weg nach Guatemala wirklich der Beste ist. Denn gerade im Westen scheints ja ebenfall problematisch zu sein. Ich spiele auch mit dem Gedanken nach Venezuela, Peru oder Bolivien zu fliegen. Das geht laut Hotel Opa jedoch nur über Guatemala City, da von Belize aus nur Flüge in Richtung USA gehen. Von da aus würde ich dann Richtung norden reisen. Also völlig anders als geplant.

Internet habe ich hier natürlich nicht. Ich bin schon froh, Hotel Opa zu haben. Auch wenn es die herunter gekommenste Bude ist in der ich je gewohnt habe, Hotel Opa ist der beste Hotelier den man sich nur denken kann. Das zeigt sich mal wieder was Lebenserfahrung alles bewirkt.

Auf jedenfall ist die Stimmung derzeit etwas gedrückt.



23.09.2010 Thats Belize

25 09 2010

Heute ging es dann auch gleich weiter nach Belize. Im zweite Klasse Bus. Ich bin erst davon ausgegangen, dass ich erst gegen 20 Uhr in Belize eintreffen werde. Dem war glücklicherweise nicht so. Grund der Annahme war, dass die Dame am Fahrkartenschalter sich irgendwie ziemlich unklar ausgedrückt hat.

20 Uhr wäre auch einer Katasprophe gleich gekommen. Denn ich bin gleich nach Belize City durchgefahren und hatte vom Busbahnhof aus keinen Plan wie es weitergeht.

Aber eins nach dem anderen. Erstmal Grenze passieren. Ging alles problemlos. Am mexikanischen Grenzposten die Touristenkarte abgegeben, Ausreisestempel erhalten und gut war. Im Bus war ein netter Mensch der für alle Formalitäten zuständig war. Er bekam erst die Krise als ich sagte, dass ich meine Touristenkarte abgegeben hätte, als er erfuhr, dass ich nicht mehr nicht Mexiko zurück möchte und ich einen Ausreisestempel erhalten hätte war er beruhigt und meinte, dass es völlig korrekt sei. Bei der Einreisebehörde in Belize musste ich erstmal mein ganzes Gepäck vorführen, diesmal ohne alles auspacken zu müssen. Kurze Frage wie lange ich bleiben möchte, teilte ich dem Grenzer mit, dass ich höchstens sechs Wochen bleiben werde. Er gab mir vier und meinte, wenn es länger dauert muss ich mein Visum verlängern. Stempel reingehauen und gut war. Der Busfahrer hat mir dann meine restlichen Pesos in Belize Dollars eingetauscht, zum brauchbaren Kurs wie er meinte. Mir war es egal. Er meinte mit dem Geld würde erstmal über die Runden kommen. Hinter der Grenze wurde der Bus dann etwas voller. Neben mir setzte sich ein Mexikaner und erkannte dass ich ein deutsches Buch laß. Er quatschte mich freudig aus deutsch an, es folgte eine etwas eigensinnige Konversation. Er spach deutsch und ich spanisch. Er meinte man könne mein spanisch gut verstehen, auch wenn es fehlerhaft sei. Wo wir in deutsch und spanisch nicht weiterkamen ergänzten wir uns auf englisch. Was ein kauderwelsch, aber es funktionierte. Auf meine Frage wo er deutsch gelernt habe sagte er, nur allein mit Sprachkasetten. Alle Achtung! Die Sätze die er sprach waren fast fehlerfrei. Darüber hinaus spricht er noch französisch und portugiesisch. Das namenlose Sprachtalent wollte per Bus nach Brasilien und sich Flöte spielend die Reise finanzieren. Er spielt Jazz und klassik aber auch traditionelle mexikanische Musik neu probiert er sich an peruanischen Flötenklängen.

Nach guten drei Stunden kommen wir in Belize an und gehen gemeinsam auf Hotelsuche. Er fragt relativ erbarmungslos jeden der irgendwo am Straßenrand steht. Für Menschen ohne Ortskenntnisse muss man sagen, Belize City ist ein heisses Pflaster und zwischen Busstation und Zentrum führt kein Weg an einem ghettoähnlichem Gebiet vorbei. Schnell werden wir fündig. Wir stehen vor einer vergitterten Tür wobei die Gitterstäbe nochmal mit Stacheldraht umwickelt sind. Auch die Mauern um das Gelände sind mit reichlich Natodraht gesichert. Als wir uns bemerkbar machen kommt ein alter Opa angetrödelt und glaubt es kaum, dass sich Gäste anmelden, dann auch noch zwei die nichtmal ein Zimmer zusammen haben wollen. Das Hotel ist eine ziemliche Bretterbude. Ich inspiziere das Einzelzimmer. Ein Bett, ein verrosteter Stuhl, keine Belüftung und das Ventilator ist auch noch kaputt. Aber, es ist akzeptabel sauber. Auch der Preis stimmt, wenn er auch nicht günstig ist 32,3 Belize Dollar, was in etwas 16 US Dollar sind. Ich entscheide mich für das Zimmer, da ich ohnehin nur eine Nacht bleiben will. Insgesamt ist das Hotel gut verbarrikadiert, so das ich mich hier sogar sicherer fühle als in Valladolid oder Merida. Der namenlose Flötenspieler sucht jedoch das Weite. Ein Weichei aus Cancun halt.

Hotelopa versorgt ich mit allen Informationen die ich brauche. Er erklärt mir den Weg in die Stadt. Nachdem ich ds Zimmer bezogen, mich von allen Wertgegenständen befreit habe mache ich mich auf Erkundungstour. Die heimliche Hauptstadt ist winzig klein und sehr unübersichtlich. Alles Bretterbuden vom feinsten. Als ich nach ein paar Blocks aus dem Ghetto raus bin wird es richtig geil. Ständig kommen irgendwelche wenig vertrauenserweckende Personen auf mich zu und wollen mich aushorchen, wie lange ich schon hier seih, wo ich her komme etc. Ich bleibe unkonkret. A while i forgot how long ist eine Antwort. Bei der Frage woher gebe ich Isreral an. Irgendwo habe ich gehört, dass mit Isrelis im allgemeinen nicht gut Kirschen essen ist (stimmt nicht, bislang habe ich nur supergeleie Israelis kennengelernt). Die meisten Isrealis machen ihre Reisen nach drei jährigem Millitärdrill und wenig Kohle. Daher feilschen sie wie sonst nur was und wer legt sich schon gerne mit einem erfahrenen Soldaten an? Deutsche gelten wohl hingegen als gutherzige naive Trottel. Das schlimmste, man erkennt mich plötzlich wieder: Hey my friend from IIsreal, you need something, i can organise everything. Hmm, ja denke ich mir, meine Ruhe, sage aber nichts und gehe weiter. Dann stolper ich noch fast über einen Junkie der am Boden vor sich hin vegetiert. Für mich ist es nicht zu erkennen ob er sich gerade den goldenen Schuss gegeben hat, oder ob die Kohle dafür nicht gereicht hat. Das ganze mitten im Zentrum wo unter anderem Wassertaxis nach Caye Caukle gehen (welches ich morgen nehmen möchte). Die Stadt hier hat aber auch ihre Reize. Ich komme in eine andere Gegend. Gehe an einer Baptistenkirche vorbei, sehe direkt gegenüber den Hindutempel. Bei der Einfaht in die Stadt habe ich auch Häuser mit chinesischen Schriftzeichen gesehen. Überall sieht man Männer mit Rastalocken oder Mennoiten (Männer tragen Bart, Hut und Hemd, Frauen Kopftuch und Kittel sehen aus wie Quäker). Landesspache ist Englisch, aber das geht im sprechen fließend ins spanische über und es gibt noch andere Sprachen die ich nicht richtig zuordnen kann. Das ganze in der heimlichen Hauptstadt die nicht größer als Ratingen zu sein scheint. Hinter dem religiösen Zentrum kommt eine etwas bessere Gegend. Hier finde ich ein Schulzentrum auf dem steht in großen Lettern: There are better things than drugs in your life. Wohlgemerkt, kein Plakat das einfach hingehangen wurde, sondern offensichtlich das Motto das man hier den Grundschülern vermitteln möchte. Aber es scheint zu wirken. Hier gibt es keine Menschen die um meine Freundschaft werben und ich finde auch keine Junkies, stattdessen spielen hier Jugendliche in Schuluniform Basketball neben dem Friedhof. Ins eigentliche Touristenzentrum, dass sich in der Altstadt befindet komme ich nicht mehr. Da es anfängt zu regnen.

Essenstände wirken in dieser Stadt auch nicht vertrauenserweckend. Sie erinnern mich vielmehr an Beichtstühle. Man bestellt durch ein dichtes Gitter in dem eine Lucke ist, die gerade ausreicht das Bestellte hindurch zu reichen. Die Person dahinter bleibt meist unerkannt. In jedem Laden steht ein uniformierter mindstens mit Gummiknüppel, einige uniformierte tragen stichwaffensichere Westen, bei dem Wetter hier macht das sicher niemand grundlos. Auch im Supermarkt wo ich einkaufen war steht ein Uniformierter mit Gummiknüppel.

Als ich zurückkomme ist es gerademal vier Uhr und mein Hotel Opa ist schon besorgt gewesen. Er gibt mir eine Karte der Stadt und zeigt mir einige Stellen die besuchenswert sind. Insbesondere empfiehlt er mir das Gefängnis, dass inzwischen ein Hotel ist.

Sehr geehrter Herr Rösner, ich bitte um Verständnis, dass es von dieser Stadt kaum Bilder gibt. Kamera zücken hätte hier zur folge, dass sich mindestens fünf neue Freunde um sich herum versammeln, die sich nichts sehnlicher wünschen als eben dieses Kameramodell welches ich in meiner Hand halte. Aber hier einige Bilder vom Hotelbalkon:

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23.09.2010 Adios Mexiko

25 09 2010

Hallo liebe Leserschaft,

So, heute ist der Tag an dem ich Mexiko verlassen werde. Insgesamt war ich 17 Tage hier, hatte bis auf die Probleme mit den Augen eine sehr schöne Zeit in Mexiko, bin viel herumgekommen und habe einige interessante Menschen kennengelernt. Die Beziehungen unter Reisenden sind etwas sehr spezielles. Insgesamt kann man sagen, dass eine sehr offene hilfsbereite Art die Beziehung unter Reisenden kennzeichnet. Insgesamt sehr intensiv. In Tulum habe ich einen netten Menschen aus Isreal, sein Name und vieles weitere habe ich nicht erfahren. Ist vielleicht sogar unwichtig. Wir hatten einige sehr interessante Diskussionen über das Verhältnis zwischen Deutschland und Isreal, über das was in beiden Ländern gut oder schlecht läuft. Dann hatte ich noch einige sehr merkwürdige Begegungen. In meinem Bus von Tulum nach Chetumal saßen zwei Frauen aus Isreal, die ich am Abend zuvor kennen gelernt habe. Auch wir hatten nette Gespräche. Sie stiegen vor mir in Bacalar aus. Als ich dann in Chetumal im Imbiss saß um eine Portion Echiladas Verdes (gefüllte Tortillaröllchen mit grüner Sosse, sehr lecker) zu verspachteln tauchten diese beiden Damen wieder auf und waren auf Hotelsuche. Ich hatte die Hotelszene bereits abgeklapptert und konnte ihnen den Tipp geben wo man gut und günstig in Chetumal nächtigt. Ich hatte mich schon gefreut im Hotel wieder zu sehen, doch daraus ist dann nichts geworden, entweder sie haben sich für ein anderes Hotel entschieden, oder sie wollen mir nicht auf den Keks gehen. Hier gibt es aber auch keine Gemeinschaftsküche, die neben kochen auch immer ein wichtiger Punkt ist um Kontakte zu knüpfen. Es gab viele weitere Bekanntschaften meist intensiv, informativ und dennoch irgendwie sehr oberflächlich. So sind die Beziehungen unter Reisenden.

Zum Ende hin ein kleine Resumee:

Mexiko hat viel zu bieten, kulturell, wie auch landschaftlich. Auf den ersten Blick wirkt Mexiko sehr chaotisch. Ist es aber nicht. Ich habe die Menschen hier als sehr freundlich, hilfsbereit und zuverlässig erlebt.

Besonders aufgefallen ist mir die Art wie in Mexiko Auto gefahren wird. Auch wenn vieles chaotisch wirkt, im Grunde achten die Mexikaner jeden Verkehrsteilnehmer, selbst an vielbefahrenen Straßen halten die Autofahrer an und lassen einen die Straße überqueren, zumidest fahren sie langsamer, so dass man über die Straße kommt, solange man nur zielstrebig geht und nicht zögert. Natürlich muss man als Fußgänger auch den Autoverkehr richtig einschätzen lernen. Dies viel mir anfänglich einigermaßen schwer.

Natürlich gibt es auch das eine oder andere was negativ auffällt und sich in den südlicheren Ländern sicher fortsetzen wird. Wenn auch seltenm sah man Kinder arbeiten. Und das auch Nachts mit Bauchladen voll mit Zigaretten oder kleine Mädchen die plötzlich auftauchen und einem irgendwelche Freundschaftbändchen verkaufen wollen. Von einigen Highlights mal abgesehen, sind die meisten Gebäude ziemlich heruntergekommen. Aber es gibt in jedem Straßenzug auch immer Leute die versuchen ihr Haus schick herauszuputzen, was auf mich manchmal recht verzweifelt wirkt.

Mexiko ist günstig aber nicht billig. Ich habe das Gefühl erheblich mehr verprasst zu haben, als ich einberechnet hatte. Aber ich muss noch genau berechnen wieviel ich hier im Durchschnitt verbraucht habe. Aber ich muss sagen, ich habe gut gelebt. Ich habe meine Wäsche waschen lassen, habe nicht selbst gekocht und war nicht in den allerbilligsten Unterkünften. Darüber hinaus habe ich mir einige recht exklusive und kostspielige Ausflüge erlaubt (z.B. Sian Kaan).

Wenn die Reise so weitergeht, wie sie begonnen hat, bin ich wirklich mehr als zufrieden.

Auf Anregung des werten Herrn Rösners noch einige Bilder von Straßenszenen:

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Typisch für Mexiko, jede Menge Kabel übern Bürgersteig

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Ebenfalls typisch: Wassertank aufm Dach, Fahrrad wird auch gerne gefahren und natürlich Tortillas.

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Wartebereich erste Klasse Bus. Mit Wifi (funktioniert aber nicht immer) und auch schonmal mit Klimaanlage.

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Charmante Damen bieten für kleines Geld Häppchen im Bus an. Mit erstaunlich viel Geschick. Hygiene wird hier groß geschrieben. Häppchen wird in einem Stück Papier eingewickelt, dann wird es überreicht anschließen wird kassiert und ggf. Geld gewechselt, dann gleich mit Folie abgedeckt um Ungeziefer fern zu halten. Alles mit einer Hand in der anderen befindet sich ja das Tablet. In der Handtasche befanden sich überigens Getränke. Manches Teilchen ist wirklich eine Gaumenfreude.

So, das soll erstmal reichen. Bis die Tage!



22.09.2010 Preparing for Bordercrossing

23 09 2010

Hallo liebe Leser,

gestern war ich mir noch nicht ganz sicher ob ich noch einen Tag in Tulum bleiben soll oder weiterreisen werde. Die Antwort kam dann mit dem Wetter es regnete die halbe Nacht wie aus Eimern und es hoerte bis heute morgen nicht auf. Da man in Tulum eigentlich nichts machen kann, wenn schlechtes Wetter war, habe ich mich dann entschieden das Hostel zu verlassen. Ich bin nach Chetumal weitergereist und werde morgen meinen erste Landesgrenze auf dem Festland bewaeltigen. Dann gehts weiter nach Beilize, das preislich nochmal um einiges hoeher an zu siedeln ist wie Mexiko. Ich hoffe ich werde die ersten zwei Monate mit dem Geld hinkommen.  Mit besorgnis verfolge ich Informationen ueber die Wetterlage in den Regionen diebei mir anstehen. Ganz im Gegenteil dazu sind die Berichte von Reisenden, die aus Guatemala kommen. Keine hat bislang irgendetwas negatives berichtet. Die Strassen scheinen frei zu sein. Allerding muss man fast schon davon ausgehen, dass noch weitere Erdrutsche folgen werden. Wenn es hier regnet regnet es richtig.

Aber ich denke ich werde schon einen Weg durch die Massen finden.

Schoene Gruesse aus Chetumal



21.09.2010 Tulum Beach

22 09 2010

Hallo liebe Leser,

Heute morgen gab es erstmal großen Wechsel hier im Hostel. Das Päarchen aus Israel hat heute morgen ausgecheckt und auch Lukas und Niko aus Bremen. Ich mache mich auf zum Strand und gehe auf Erkundungstour. Ich kletter den felsigen Strand entlang und mache einige interessante Entdeckungen. Außer mir hält sich keiner mehr in diesem Gelände auf. Ein paar Tiere. Ich sehe winzige Einsiedlerkrebse die es sich aber nicht lohnt zu fotofrafieren, da viel zu klein. An einer Stelle werden jede Menge erhärtete Korallen an Land geschwemmt. Das vorankommen ist recht mühsam, man sollte schon halbwegs trittsicher sein. Immer wieder muss man sich eine Route durch das Felsgewirr suchen. Es gibt stellen, die sehen unproblematisch aus, plötzlich ein Felssprung und es geht ca. 12 meter in die tiefe. Nur ein meter zu springen, eigentlich kein Problem, aber es gibt auf der anderen Seite keine vernünftige Stelle zum aufkommen. An anderen Stellen wiederum denkt man, ohje, wie geht es hier weiter. Aber plötzlich findet man fast schon sowas wie Treppen. Die rieisgen Seevögel kennen kaum Scheuh, man kann sich ihnen nähern und die nähern sich einem auch, dann aber aus der Luft. Aber auch wiederum nicht so nah, dass sie bedrohlich wirken. So kann ich ihnen in Ruhe beim fischen zusehen. In der Luft sind sie aber zu schnell zum fotografieren. Der Anblick ist aber majestetisch.

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Hier mal ein paar Bilder vom Paradies:

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Im Paradies wachsen Pflanzen sogar auf nacktem Fels.

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Archäologisches Fundstück des Tages. Potentielles Gebäude für meine Strandbar.

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Blick aus der Tür der entdeckten Ruine.

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natürliche Badewanne. Da war ich schwimmen. Nackig natürlich, wie man das im Paradies so macht. Nicht weit weg von meiner Ruine, aber der Weg ist beschwerlich.

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Pflanzen wachsen auch auf Treibgrut.

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Leguan des Tages

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Fledermaus am Strassenrand (Ozzy Osbourne was there)

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Bei Bedarf gebe ich mein Spendenkontobekannt. PotentiellesGrundstück für meine Strandbar 2.0

Natürlich gibt es auch Paradiesvögel im Paradies. Aber die sind Kamerascheu. Ich beobachtete einige strahlend blaue Vögel mit elegantem Körperbau und einen gelb/orangen Schnabel, man muss jedoch sehr genau hinsehen, da sich diese schicken Vögel im geäst verstecken, sie machen zwar viel radau, aber zu Gesicht bekommt man sie sehr schlecht. Schon garnicht vor die Kamera. Dann gab es noch schöne gelbe Vögel und viele Schmetterlinge.

Zurück gings dann ins Hostel. Im Bus kannte ich bereits alle aus dem Hostel. Im Hostel bin ich inzwischen ein alter Vogel. Ist ja meine dritte Nacht. Ich komme gerade nackig aus der Dusche, da betreten meinen neuen Zimmergenossinen den Schlafraum. Zwei junge Mädels aus Japan. Frisch geducht geht es in die Kommunikationsecke. Dort treffe ich weitere Leute. Unter anderem wieder Israelis, ein belgisches Päarchen und ein junges Mädel aus Schweden, die ich mir heute Abend nochmal näher unter die Lupe nehmen werde, denn sie hat die selbe Route geplant wie ich, spricht dazu noch hervorragend deutsch, weil ihr Vater aus Duisburg kommt. Ich mache jetzt mal Schlusse, weil ich mich einer Gruppe zum essen gehen anschließen werde.

Schöne Grüße in die Heimat



20.09.2010 Tulum – Grande Cenote

20 09 2010

Hallöchen mal wieder,

heute bin ich gemeinsam mit meinen Zimmergenossen Niko und Lukas zur Cenote Grande gefahren. Wir haben uns ein Taxi gegönnt, da keine Collectivos dorthin fuhren. Was hier echt gut ist, es gibt an den Taxiständen Preislisten, wo genau drauf steht, was die Entfernungen kosten. Das vermittelt einen immer ein ganz gutes Gefühl. Besser jedenfalls als in Playa del Carmen wo es Preislisten für Touren gab, wo die Preise eingetragen werden, je nach dem wie solventt man wirkte.

Aber zur Cenote, man zahlt Eintritt (in unserem Fall 100 Pesos pro Person), dann leiht man sich eine Schnorchenausrüstung (kostet nochmal 70 Pesos, Lampe weitere 100 Pesos pro Stunde, hab ich drauf verzichtet), diesmal ohne Schwimmweste und hüpft ins Wasser. Dort gab es einige kleine Fische, Schildkröten und jede Menge Fledermäuse. Man muss sich das so vorstellen wie eine Höhle nur halt gefüllt mit Wasser. Das Wasser ist süss und klar. Auf der Yuccatanhalbinsel gibt es übrigens keine Flüsse. Die einzige Süsswasserversorgung ist hier der Regen, der nur zu bestimmten Zeiten (zum Beispiel jetzt) fällt und halt über Cenoten, weswegen sowohl dem Regen, wie auch den Cenoten in früheren Tagen eine besondere mysthische Bedeutung zukam. Auch heute wird darauf geachtet, dass die Cenoten nicht verdreckt werden, daher wird man per Schild drauf hingewiesen, dass man keine Sonnencreme aufgetragen haben soll. Kontrolliert hat es jedoch keiner. Es gibt eine interessante Theorie über die Entstehung der Cenoten. Der Meteorit, der auch die Dinosaurierer vernichtet hat, ist vor der Yuccatanhalbinsel eingeschlagen. In diesem Zusammenhang soll das innere der Erde in dieser Region beschädigt sein worden und das Resultat sind eben diese Cenoten. Obwohl sie in direkter Verbindung zu Meer sind handelt es sich um super klares und angenehm kühles, aber nicht kaltes Süsswasser. So dass das schwimmen und schnorchen darin ein echt erfrischendes Erlebnis ist. Die Cenoten sind noch recht unerforscht. Schorchelnd bleibt man natürlich ziemlich an der Oberfläche, mit Flasche, guten Führer und ausreichend Taucherfahrung kommt man durch viele Unterwassergänge. Ich denke ich echtes Labyrith. Aber uns bleibt dieser Zugang verwehrt. Es gibt große und kleine Zugänge zu diesem Tunnelsystem.

Leider habe ich meinen Kameraüberzug vergessen. Sonst hätte ich einige Unterwasserbilder präsentieren können.

Hier ein paar Überwasserbilder:

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Da gehts gaz tief ins innere der Erde.

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Und diese Jungs sind bestens ausgestattet um das Innere zu erforschen.

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Ein kleiner Nebenarm. Da bin ich entlang getaucht, seine sehr steile Unterwasserwand. Schon faszinierend da lang zu tauchen.

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Licht am Ende des Tunnels. Auch bin ich entlang getaucht.

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Schildkröten fühlen sich hier auch recht wohl.CIMG0024

Ein kleinerer Zugang zu Cenote. Dient aber mehr zur Beleuchtung und zur Frischluftzufuhr.

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Dieses Loch von unten fotografiert

Soviel zum Thema Cenoten.

Gestern war noch ein ganz lustiger Abend. Man kommt hier leicht mit anderen Rucksacktoursis in Kontakt. Es gibt den ganzen Abend lustige Spielchen bei denen es mitnter darum geht, dass der Alkoholpegel aller hochgeschraubt wird. Von solchen Dingen halte ich mich aber fern. Icht sitze dabei schau mir das Spielchen an. Karol eine junge Frau aus Frankreich sitzt neben mir und unterhält mich die ganze Zeit. Sie legt mir die Karte und meint mir meine Zukunft in aus den Händen lesen zu können. Beide Ergebnisse sind eindeutig. Ich werde verarmen, dafür aber sehr als werden und die meinte ich würde eine sehr glückliche Beziehung führen. Was sich für mich aber auch eher nach eine Drohung anhört. Das ganze soll irgendwann ab der zweiten Lebenshälfte losgehen. Also in etwa jetzt. Insgesamt genieße ich den Neid der anderen, wenn es darum geht sich über die Reisedauer auszutauschen. Es gibt einige wenige Langzeitreisende hier. Aber ich bin ja auch erst den ersten Abend in dieser Unterkunft. Es ergibt sich hier schon noch was. Denn es ist ein einziger Taubenschlag. Heute habe ich für 2 weitere Nächte verlängert. Vielleicht werde ich nochmal ein paar Tage am Strand verbringen. Meinen Augen geht es immer besser, also noch ein paar Tage Sonnenschutz genießen und dann langsam für bräune Sorgen.