03.11.2010 bis 05.11.2010

6 11 2010

03.11.2010

Am ersten Tag in Copan habe ich mir erstmal versucht einen Überblick über die Aktivitäten hier zu verschaffen. Copan ist ein nettes Städtchen und sehr überschaubar. Ansonsten habe ich nicht viel gemacht. Das Hostel hier ist ein absoluter Volltreffer gewesen. Wenn nicht gar eins der Besten in denen ich bislang gewesen bin. In meinem 6 Bett Zimmer bin ich der einzige Bewohner. Hier sind aber noch einige andere Leute. Ich habe Glück, da ich im obersten Stockwerk lebe. Dort gibt es eine Terrasse mit Hängematte. Auf der oberen Etage ist derzeit noch Sheldon aus Kanada und Edi aus den USA, zwei ältere Herren, die ganz witzig drauf sind. Außerdem sind ja noch Jens und Lena aus Münster hier und ein weiteres deutsche Päarchen, deren Namen ich vergessen habe. Beide Päarchen sind im Studentenalter. Also wieder mal ein recht kommunikatives Hostel.

Die meise Zeit des Tages verbringe ich mit Sheldon und Edi in der Hängematte. Sie fangen schon zu früher Stunde an dem Rum zu fröhnen. Wir schauen die meiste Zeit CNN was im Moment ganz interessant ist. Weniger wegen der Wahlen in USA sondern wegen der vielen anderen Info die man mitbekommt. So erfahre ich, dass es wohl Probleme an der Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica geben könnte. Der Grund: Costa Rica hat kein eigenes Millitär und Millitärtruppen haben die Grenze verletzt. Von Edi, der sich hier in der Gegend gut auskennt und eigentlich nur hier ist um sich die Zähne neu machen zu lassen, erfahre ich, dass dies nichts ernstes ist, sondern immer wieder mal vorkommt. Im deutschsprachigen Internet erfahre ich nichts über diesen Konflikt.

Abends gehe ich dann mit dem Päarchen deren Namen ich vergessen habe aus. Wir gehen richtig teuer Essen und treffen uns noch mit zwei jungen Amerikanerinnen. Insgesamt eine ziemliche Yuppierunde und ich fühle mich wie ein Opa. Zurück im Hostel erfahre ich von Edi, wie man hier günstig leben kann. Wir trinken noch eins zwei Gläser Cuba Libre und dann gehe ich schlafen.

04.11.2010

Zunächst gehe ich auf dem Markt essen. Ich frühstücke am Markt mit den einheimischen. Es gibt gib mit Hähnchen gefüllte Tortillas, dazu gibt es Rote Beete mit zwiebeln und einen Saft, bei dem ich nicht rausbekomme was es eigentlich ist. Irgenwas milchiges, schmeckt aber fruchtig nussig. Es ist aber kein Tamarindensaft. Nun bin ich wohlgenährt und bin bereit mit Jens und Lena nach Tikal zu fahren.

Die Ruinen wirken auf den ersten Blick nicht so spannend wie das was ich bislang gesehen habe. Die Anlage ist recht groß und gut erhalten. Einige Stellen sind jedoch abgedeckt und die Steine vor Witterung zu schützen. Teilweise stehen dort Repliken, teilweise sind es noch Originale. Erkennen tut man dies daran, dass die Originale überdacht sind. Die Repliken hingegen nicht. Insbesondere an der Treppe der Inschriften ist es schwer gute Fotos zu machen, da auch diese Überdacht ist. Insgesamt ist es eine Anlage die es zu besichtigen Wert ist. Vor allem wegen der vielen Details die es hier zu entdecken gibt. Entsprechend reich fällt daher meine Ausbeute an Fotos aus. Hier die schönsten Bilder von der Anlage:

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Stele ohne Dach, daher eine Imitation, aber viel schöner anzusehen.

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Ein gut erhaltenes Original.

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Altar in Form einer Schildkröte. Ebenfall ein Original. Etwas ärgerlich sind die Drähte.

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Der Ballspielplatz A.

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Fresken in Form eines Papageienkopfes am Ballspielplatz. Dies habe ich bislang nur in Copan entdeckt.

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Treppe der Inschriften. Verziert mit diversen Skulturen und unzählichen Hyroglyphen. Leider überdacht, nicht begehbar, daher war fotografieren nur mit vollem Zoom und langsamer Verschlusszeit möglich, was zu verwackelten Fotos geführt hat.

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Ein großer Steinkopf. Auch hier wieder störender Draht.

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Ein weiterer von vielen Altaren.

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Details (dieses Männchen hat mich an das Michelinmännchen erinnert)…

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Details (Originalzustand)

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Detail (Krokodil an dem der Zahn der Zeit genagt hat=

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Bei dieser Aufnahme sprangen die automatischen Gesichtserkennungen der Kameras an.

Also, wie ihr gesehen habt, ist Copan recht fotogen, auch wenn es einige Einschränkungen gab.

Nachdem wir die Ruinen besichtig haben, wollten wir uns den Naturpfad und das Museum nicht entgehen lassen. Lena und Jens erweisen sich als Vogelinteressierte. Das hat einen Vorteil Sie sehen wirklich jeden Vogel, da wo ich nur Geäst erkenne bleiben die beiden vor begeisterung stehen. Irgendwann finde ich die meisten Vögel dann auch. Allerdings nicht Kameragerecht positioniert. Dabei sind einige sehr exotische Exemplare. Die beiden sind auch bemüht die Vögel zu identifizieren. Kommen wir zum Nachteil. Jeden zehnten Schritt stehen bleiben und staunen. Aber warum nicht? Ich fands klasse mit den beiden.

Das Museum hätte ich nie gefunden. An einer Stelle wo wir nicht mehr weiterwissen, treffen wir einen jungen, mit Maschinenpistole bewaffneten Soldaten, der uns den Weg weist. Der Pfad wird immer enger und ständig kämpfen wir uns durch Spinnennetze.

Das Museum beinhaltet gut erhaltene Stein, die sehr schön präsentiert sind. Der Eintritt kostet extra, aber ist empfehlenswert. Geteilte Meinungen habe ich zu den ebenfalls vorhandenen und begehbaren Tunnelanlagen gehört. Hier kostet es wieder Eintritt, also sparen wir sie aus.

Hier ein paar Bilder aus dem Museum:

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Fledermausmensch.

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Eine Art Tryptychon.

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Dieser Knabe ist mir aufgefallen, weil er völlig aus dem Stil herausfällt. Keine Kopfbedeckung und einen Punkt auf der Stirn. Wirkt irgendwie mehr asiatisch. Ein Beweis für Atlantis?

Den Abend verbringe ich dann mit Edi und Sheldon, die mir gleich Zigarren und Rum anbieten. Wir gehen Anschließend auf der Straße essen. Billig und lecker. Edi hat für morgen große Pläne. Er bekommt morgen sein letztes Implantat wenn alles gut läuft und will Spagetti kochen. Grübelt den ganzen Abend über die perfekte Rezeptur der Sosse. Ansonsten wird wieder viel herumphilosophiert. Edi will auch nach Europa, wo er noch nie gewesen ist und will Tipps für Deutschland. Natürlich will er nach Bavaria und er will eines, Bier trinken. Ich selbst nur noch eingeschränkt Zurechnungsfähig gebe ihm auch noch meine Emailadresse und mache ihm das großzügige Angebot mich zu besuchen. Sage ihm aber auch, dass es schönere Gegenden in Deutschland gibt.

04.11.2010

Ich habe mich entschieden hoch zu Ross eine Tour zu unternehmen. Ich habe einen Guide für mich alleine. Das Pferd erweist sich zu meinem Glück als kleiner Klepper, ist acht Jahre alt und hört (oder auch nicht) auf den Namen Princessa. Ich glaube als Princessa mich erblickt bekommt ein einen Schrecken. Ich fühle mich überproportioniert für dieses Pferd. Was solls. Aufsitzen und ab geht die Post. Zu Anfang fühle ich mich etwas unwohl auf dem Gaul. Wir reiten zu viert (der Guide, Princessa und das Pferd vom Guide) in ein Mayadorf. Princessa geht streckenweise wie ein Esel. Mal langsam, dann auf mir nicht nachvollziebaren Grund legt sie an Tempo zu. Das langsame Tempo ist mir lieber. Mit dem Guide, der kein englisch spricht, habe ich mal wieder die Chance spanisch zu praktizieren. Er korrigiert mich auch geduldig also gibts noch ne ne Spanischstunde gratis dazu. Was will man mehr? Wir reiten mehr oder weniger gemütlich in ein Mayadorf. Dort angekommen wollen mir Kinder ihre Bastelein aufschwatzen. Das Übliche halt. Der Guide führt mich zu einem Haus, wo Frauen ihre Bastelleien anbieten. Zum meinem Glück ist das Haus jedoch geschlossen. Dann gehts zu Fuss in den Dschungel. Erst zeigt er mir eine Mayaerfindung. Eine Wasserquelle durch die Wasser in zwei Becken fließt. Das erste Becken diente zur Trinkwassergewinnung und das zweite etwas tiefer liegende Becken zum Wäsche waschen. Das Wasser lief vom Berg herab.

Dann ging es zum einem Ort mit dem Namen Sapon. Hier bei handelt es sich um eine Mayastädte wo jedes Jahr ein neugeborenes Kind geopfert wurde. Auf Anhieb ist hier nichts zu erkennen. Erst durch den Guide erkenne ich einige Fresken. Hier die Bilder:

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Wer erkennt was oben abgebildet ist? Vermutungen bitte kommentieren.

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Diese Skultur soll einen Frosch darstellen.

Als wir zurück zu den Pferden gehen kommen uns einige Frauen mit zwei Babys auf dem Arm entgegen. Hmm, ob der Platz noch aktiv genutzt wird frage ich leiber nicht.

Ich schaffe es ohne zu stürzen zurück in den Ort Copan zu gelangen. Dort angekommen schmerzen mir die Knie. Zum Reiten braucht man wohl O-Beine. Dummerweise habe ich bei dem Ausritt meine Speicherkarte im Netbook vergessen. Also gibt nur die Fotos von den skurillsten und originellsten Mayaruinen die ich bislang gesehen habe. Das werden auf meiner Reise wohl die letzten Mayaruinen gewesen sein. Denn Copan war wohl einer der südlichsten Mayaregionen. Damit nehme ich Abschied von einer Kultur deren Hinterlassenschaften mich sehr beeindruckt haben. Damit wird die Reise wohl auch einen anderen Verlauf annehmen. Ich freue mich auf tiefere Einblicke in die Dschungelwelt weiter im Süden.

Im Hostel angekommen pfeilt Edi immernoch an seinem Rezept. Er hat alle Zutaten gekauft. Der Grund weshalb es perfekt sein muss. Edi hat eine Flamme aufgetan und diese zum Essen eingeladen. Sie bringt den Wein und den Rum mit, außerdem will sie dass Edi ihr hilft. Denn es gibt wohl Probleme mit dem Gericht. Man will ihr ihre Kinder wegnehmen und Edi soll helfen. Edi will eigentlich garnicht, hat sich aber irgendwie in die Dame verguckt, die er auch schon länger kennt.

Sheldon hingegen war gestern Abend noch in irgendeiner Bar, hat 20 Bier getrunken (nach einer halben Flasche Rum) und hat seinen Schlüssel verloren. Weswegen er Edi wecken musste. Gegen 13 Uhr wird Sheldon dann wach und sieht nicht besonders fit aus. Als er erfährt, dass Edi besuch bekommt will er auch noch einen Beitrag zum gelingen der Spagetti leisten. Was wohl? in eine gute Sosse gehört Wein und den geht Sheldon erstmal organisieren, wohl auch um was zum Frühstücken zu haben. Da er mir freundlich gesinnt ist, wird mir auch ein Glas Wein angeboten. Ich lehne jedoch dankend ab.

Daisey, Edi’s Herzdame taucht etwas verspätet auf. Genau zu dem Zeitpunkt als Edi mich bittet von seiner Sosse zu kosten um noch Tipps zu geben, wie man sie verfeinern könnte. Daisey hat alles versprochene mitgebracht und für Edi noch ein Buch. Ich ziehe mich auf mein Zimmer zurück ohne in den Genbuss der Sosse gekommen zu sein, da ich neugierig bin lasse ich jedoch die Tür auf um zu lauschen. Daisey geht voll zur Sache und bald geht es hoch her. Nach kurzer Zeit steht das Thema Partnersuche an. Edi ist sichtlich nervös und etwas verunsichert. Sheldon macht Andeutungen, dass Daisey mich doch bei ihren Erziehungsproblemen zu Rate ziehen soll. Schließlich bin ich ja Sozialarbeiter. Ich ziehe mich jedoch gekonnt aus der Affäre. Daisey ist auch nicht sonderlich interessiert, schließlich hat sie Edi zu ihrem Helden auserchoren. Außerdem sehe ich, dass die Liter Flasche Rum schon halb leer ist. Daisey hat sich beim Rum nicht lumpen lassen. Sie hat gleich den sieben Jahre gereiften Rum gekauft, also den teuersten. Dementsprechend gelassen geht es inzwischen auch schon zu. Es werden schmuddelige Witze erzählt, Edi schaut etwas verliebt aber auch verunsichert. Daisey begrabscht Edi von Zeit zu Zeit, eiert jedoch ziemlich herum, wenn es darum geht wie sie sich ihren nächsten Ehemann vorstellt. Geld ist ihr nicht wichtig, sie sucht nach einem Gentleman, der ihren missratenen Kindern ein gutes Vorbild sein soll, aber nicht die Vaterrolle übernimmt. Die Spagetti scheinen gut geschmeckt zu haben, zumindest ist alles weggefuttert. Schade eigentlich, Edi kann kochen und es wäre sonst noch eine Portion für mich drin gewesen.

Während des Stell Dich ein gehe ich schoppen. Gegenüber des Hotels gibt es einen erstklassigen Souvenierladen der akzeptable Preise hat und mir alles zum Paket zusammenpackt. Also sind schonmal die Weihnachtsgeschenke für die Familie gesichert. Jetzt muss nur noch der Versand klappen. Daisey gibt mir einige Tipps was ich bei der Paketaufgabe beachten soll. Da mit dieser heute nichts mehr anzufangen ist, beschließe ich mal zu sehen, wer sonst noch alles im Hostel rumläuft. Seit gestern sind alle ausgeflogen und es ist sehr ruhig. Aber ein Päarchen aus den Niederlanden ist anwesen. Wir beschließen gemeinsam ins Zentrum zu gehen. Da Freitag istm steppt hier der Bär. Es gibt ein besonderes Schmankerl. Hier gibt es eine gut organisierte Rockertruppe. Überall im Zentrum stehen Chopper, es wurden zwei Bühnen aufgebaut und auf einer spielt eine Rockgruppe. Es gibt billiges Bierm aber heute bleibe ich mal enthaltsam. An den Kutten der Biker erkennt man dass sie von weither angereist sind. Selbst der Webmaster des Hells Angels Chapter aus Guatemala gibt sich die Ehre. Viele harte Jungs sind anwesend und viele leichte Mädels. Um in Honduras eine junge Frau zu bezirrpsen muss man Edi heissen oder ein fett getunetes Motorrad besitzen. Die Mödel lassen sich gerne auf den Bikes ablichten, die Kinder lässt man auf den Motorrädern rumturnen. Typisch Hells Angels. Man zeigt sich freundlich, bürgernah und sozial engagiert, Einritt ist frei, aber das rote Kreuz bittet beim Einlass um Spenden. Wir gucken uns das treiben eine Weile an, verschwinden dann aber. Den Reibach machen die Kneipen, Restaurants und die Fressstände, wo auch wir essen gehen. Ich werde von den beiden Holländern eingeladen. Also wieder essen umsonst. Was will man mehr. Anschließend gehen wir zurück ins Hostel. Von Edi und Sheldon keine Spur. Eigentlich ungewöhnlich und es für ihre Verhältnisse ungewohn aufgeräumt. Da scheint wohl Daisey mitgewirkt zu haben. Nur der Aschenbecher ist voll mit Zigarrenstummeln. Was dagegen spricht, dass die Hotelbesitzer aufgeräumt haben.

Heute hatte ich auch eine echte Schrecksekunde. Ich sass mit Bas (der Niederländer) auf einem ausgebauten Autositz vor dem Hotel und wollte mir was zu trinken kaufen. Plötzlich stelle ich fest, das mein Portemonaie verschwunden ist. Mein erster Gedanke, ich habe ihn im Zimmer. Dort durchwühle ich alles, finde es aber nicht. Ich weiß aber genau, dass es ich es vor kurzem noch hatte, Ich wurd auch nirgenwo angerempelt oder habe sonst nur noch eine Erklörung. Ich muss es verloren haben. Letzte Möglichkeit die mir noch einfällt, vielleicht im Autositz vor dem Hotel. Ich atme auf, als ich es dort wieder finde. Darin war immerhin mein Personalausweis und meine Visakarte. Geld wäre zu verkraften gewesen. Aber nochmal Glück gehabt.

Nachts brettern dann ständig getunte Motorräder durch die Gegend. Insgesamt ein super Tag an dem ich viel erlebt habe. Es war lustig, ich hatte etwas sportliche Betätigung, mir wurde ein Essen ausgegeben und es gab Livemusik und an Entspannung hat es mir auch nicht gefehlt.



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2 Antworten zu “03.11.2010 bis 05.11.2010”

  • Walter sagt:

    Und was hat edi mit deiner Herzdame gemacht??? Hier fehlt die Auflösung!

  • dumeklemmer72 sagt:

    Hallo Walter,

    erstens war es seine Herzdame und nicht meine (Daisey ist so um die 50) und wie das Leben so spielt muss das Ende dieser Beziehung, sofern es eine wird, erstmal erfolgen. Dies habe ich zeitnah gemacht. Leider mangelte es immer wieder an Internet. Da ich inzwischen weitergereist bin und nicht weiss, ob ich Edi jemals wiedersehen werde (er hat meine Emailadi) werden sich die Leser mit dieser Geschichte zufrieden geben müssen.
    Aber danke für den Kommentar Herr M. aus D.

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