28 bis 02.10.2010

3 11 2010

28.10.2010 Day Off

Nachdem ich mir gestern beim Tauchen irgendwas an den Ohren eingefangen habe, habe ich wieder mal eine Pause, außerdem hat meine Tauchlehrerin einen freien Tag. Also verbringe ich den Tag wieder damit, die Straße rauf und runter zu spazieren. Der Austausch mit allen anderen Reisenden hat nur ergeben, dass man hier nichts machen kann als tauchen.

Ich entscheide mich zum Strand zu gehen und dort ein wenig die Zeit zu vertrödeln. Nach ungefähr 30 Minuten wird mir aber auch dort langweilig, zumal der Strand nichts besonderes ist.

Hier ein Bild vom Strand:

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Nicht schlecht, aber es gibt definitiv bessere Strände. Was die Qualität nicht gerade erhöht sind die Sandflys. Hier seht ihr warum:

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Zerstochener Fuß. Auch der Rest meine Körpers sah so aus.

Inzwischen habe ich hier fast schon Prominentenstatus. Ständig kommen mir bekannte oder auch weniger bekannte Gesichter entgegen die Grüßen und fragen wie es geht. Die meisten sind in Eile, weil sie zwischen die knappen Pausen in den Tauchschulen dazu nutzen etwas zu essen oder andere Dinge zu regeln. Es gibt aber auch eine etwas eigenartige Begegnung. Mir winkt eine junge Frau zu. Ich fühle mich zunächst garnicht angesprochen, dann meint sie ich hätte ein schlechtes Gedächtnis, sie hätte mir gestern den ganzen Abend in der Tranqilla Bar Bier serviert. Darauf erwiederte, dass ich bislang noch garnicht in dieser Bar gewesen sei. Inzwischen habe ich sie jedoch an einer Tätowierung erkannt. Sie arbeitet in meiner Tauchschule und bislang habe ich sie nur mit nassem Haar im Neoprenanzug oder im Bikkini gesehen. Sie entschuldigt sich (für die plumpe Anmache), winkt mir bei jeder weiteren Begegnung freudestrahlend entgegen. Die Dame heisst übrigens Tatiana und ist Divemaster.

Abends gehts dann wieder zu Evelyn ins Restaurant, heute gibt es Red Snapper, einen wohlschmeckenden Fisch, im ganzen serviert, von Jens aus Ost Deutschland gegrillt. Da es meinem Ohr noch nicht besser geht, und mich diese Insel langsam kirre macht, entscheide ich mich am nächsten Tag abzureisen. Mit dem Leiter der Tauchschule habe ich besprochen, dass ich zwar nicht den Open Water Diver bekomme, er mir aber den Scuba Diver ausstellen kann. Damit darf ich an geführten Tauchgängen teilnehmen. Mehr will ich ja auch garnicht, wenn überhaupt. Er meint, bis morgen sei alles ausgestellt. Ich teile Evelky mit, dass cih morgen abreisen werde, sie gibt sich traurig. Klar, geht wieder ein treuer Kunder von der Insel. Evelyn wird mir aber in guter Erinnerung bleiben. Sie hat ein ganz besondere Gedächtnis für alle ihre Kunden und ist sehr bemüht alle optimal zu bemuttern, was ich stets genossen habe.

29.10.2010

Abreisetag. Meinen Ohren get es noch immer nicht besser. Ich habe keine Schmerzen, jedoch höre ich auf dem linken Ohr recht dumpf. Ich recherchiere im Internet ein bisschen, was es sein könnte, werde jedoch nicht ganz klug. Von Luftausdehnung im Ohr (in Folge von verändertem Druck) bis Trommelfellriss, kann es alles sein. Ich geh frühstücken und sehe in der Nähe eine Arztpraxis. Ich denke kurz darüber nach einen Arzt zu konsultieren, verwerfe die Idee jedoch. Neulich hatte ich ja die gleichen beschwerden und diese sind nach Medikamenteneinnahme und Pause auch wieder verschwunden. Ich entscheide mich den Selbstheilungskräften noch ein bisschen Zeit zu lassen.

Als meine Tauchlehrerin von meiner Entscheidung hört ist sie ein wenig enttäsucht. Schließlich meint sie, fehlen mir nur noch 2 Tauchgänge. Ich argumentiere gegen sie und sage, aber nach jedem Tauchgang habe ich Probleme mit den Ohren, von daher glaube ich, bin ich für ein Leben über Wasser geboren. Ich schildere die Beschwerden, es gibt jedoch keine konkrete Aussage, worum es sich handeln kann, auch keine Aufforderung unverzüglich einen Arzt aufzusuchen. Die Angelegenheit mit meinem Scubadiver hat man dann doch nicht über Nacht erledigt. Meine Tauchlehrerin ist im Stress, ich bin inzwischen auch im Stress, immerhin will ich um 14 Uhr die Fähre nehmen. Ich muss nochmal meinen Namen ordentlich aufschreiben, dann verschwindet die Tauchlehrerin wieder und meint sie sei bis 13:30 Uhr wieder zurück. Zeit genug um auf die Fähre zu gehen. Diesen Zeitplan hält sie nicht ein, ich gehe zur Fähre. Kurz bevor ich einsteigen will kommt meine Tauchlehrerin hinterher gelaufen. Sie macht noch schnell ein Foto für den Ausweis. Ich hoffe, dass diese Angelegenhet erledigt ist und fahre ab. Immerhin kommt sie mir noch hinterher geleaufen.

Insgesamt kann ich zum Parrot Dive Center auf Utila folgendes sagen:

Die Atmosphäre ist nett, die Tauchlehrer sind sehr bemüht es jedem recht zu machen. Bei den Tauchgängen wird man sehr gut begleitet. Lediglich zu einem Divemaster habe ich mein Vertrauen verloren. Er war mir zu ungeduldig und hat mich bei einem Tauchgang ständig nach unten gedrückt, so dass ich nicht dazu gekommen bin meinen Druckausgleich herzustellen. Möglicherweise ein Grund für die Probleme mit meinem Ohr. Das Preis/Leistungsverhältnis (260 US$ mit 4 Übernachtungen inkl. allem) ist super. Das Zimmer war mir jedoch zu stickig und zu heiß. Bei der Theorievermittlung bin ich zwiegespalten. Dieses ewige: Are you Guys with me, erwies sich als Floskel. Die Theorie wurde in einer Mordsgeschwindigkeit erklärt und auf einem englisch, dass selbst die beiden englischen Muttersprachler nicht nachvollziehen konnten. Nicht wegen des Slangs, sondern wegen der vielen Witze. Cathrine meinte, dass es vieles aus dem Zusammenhang gerissen hätte. Ich habe nur die Hälfte verstanden, wenn überhaupt. Täglich 120 Seiten lesen war mir auch zuviel. Aber ich habe die Prüfung bestanden.

Ich habe mich entschieden erstmal in La Ceiba zu bleiben. Nach der ganzen Zeit im Schlafsaal ist mir mal wieder nach einem Einzelzimmer. Also entscheide ich mich für ein billiges Hotel. Alles ist sehr einfach gehalten. Aber ich habe eine eigene Toilette und eine eigene Dusche, was auch viel Wert ist. Schön ist hier nichts, aber funktionell und das reicht mir. Immerhin ist es auch ruhig obwohl ich mich mitten in der Stadt befinde. Ich freue mich auf eine Nacht in einem kühlen Betongebäude und hoffe auf eine Nacht ohne Störungen.

Wie es weitergeht weiß ich noch nicht. Ich warte mal ab, wie sich mein Ohr entwickelt. Wenn es bis Montag nicht besser ist, werde ich mal das Gesundheitssystem in Honduras inspizieren gehen.

30.10.2010

Nach einer Nacht im Einzelzimmer verlasse ich das Hotel und entscheide mich in ein klassisches Hostel für Rucksackreisen zu ziehen. Dort angekommen, buche ich gleich die Weiterfahrt für den nächsten Tag. Ansonsten gibt es heute nichts besonderes. Ich kontaktiere einige Personen in Deutschland um auf dem Laufenden zu bleiben. In letzter Zeit haben sich einige weniger erfreuliche Ereignisse zugetragen, auf die ich hier nicht öffentlich eingehen möchte. Auf jedenfall bin ich etwas betrübt.

Abends gibts dann noch einen Stromausfall, daher gibt es nur kaltes essen. Ich gehe bereits um 19:30 Uhr ins Bett. Viel zu tun gibt es nicht.

31.10.2010

Ich reise weiter in eine sogenannte Jungle Lodge. Die Entscheidung war ein Volltreffer. Sie befindet sich schön ruhig und abgelegen, ist von grün umgeben und direkt am Rio Cangreal, einem wilderen Fluß mit ausgewaschenen Felsen an den Ufern. Der richtige Ort um auszuspannen. Heute habe ich eine Wildwassertour gemacht. Erst gab’s Anweisungen, dann ein paar Übungen für den Ernstfall und dann ging’s auch schon los. Ein wenig zu kurz nach meinem Geschmack. Wildwasserrafting ist mein Ding. Einige Stellen bieten Action, an anderen Stellen lässt man sich einfach vom Wasser treiben. Also eine gute Mischung aus An- und Entspannung.

Hier ein paar Fotos aus der Dschungel Lodge:

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Hier lässt es sich aushalten.

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Ready for Action. Raquel und Johan aus Frankreich und der Autor.

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Hier geht’s gemülich voran.

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Hier wird’s dann schon etwas schneller.

Die wildesten Stelle konnte ich nicht fotografieren.

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Nervensäge vor meinem Schlafsaal.

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Hier war ich baden.

01.11.2010

Ich bin noch in der Dschungel Lodge. Heute habe ich eine Canopytour gemacht. Wahrscheinlich hat keiner eine Ahnung was das ist. Kurzum gesagt, es ist eine Art Dschungeltour für faule mit einem gewissen Adrenalinkick. Wer sowas mitmachen will bekommt erstmal einen Hüftgurt aus dem Bergsteiger Zubehör umgeschnallt, dieser wird dann wiederum mit einem Kabel, dass zum Beispiel zwischen zwei Bäume gespannt wird eingehakt, der Haken befindet sich an einer Rolle und dann geht’s auch schon ab. Man gleitet zwischen Gestrüb, muss aufpassen, dass man nicht mit den Beinen irgendwo hängen bleibt. Unter einem befindet sich der Abgrund. Zwischendurch wird noch ein wenig gewandert. Ich bin der Einzige, der sich für diese Tour begeistern kann. Ich werde von zwei Guides begleitet, einer hat noch seine Freundin mitgenommen. Also sind wir zu viert un die Stimmung ist super. Zwischendurch wird ein bisschen durch den Dschungel gewandert und mir werden wieder viele Details von Pflanzen erklärt. Die Natur bietet Pflanzen zur moskitoabwehr, es gibt wilden Kaffee, aber auch Pflanzen die bei Malaria helfen und vieles mehr. Im Dschungel gibts dann auch noch einen besonderen Leckerbissen. Ich koste Termiten. Schmecken ein bisschen wie Möhren, angeblich kann man sich davon erhähren und sie sollen sehr eiweishaltig sein. Anschließend besuchen wir noch eine kleine Dschungelfinka. Hier gibt es alles. Enten, Truthähne, diverse Obst und Gemüsesorten, außerdem einen Fischteich wo wir angeln gehen und anschließend gibt es noch eine Führung duch den Kräutergarten, wo mir diverse Blätter aufgenötigt werden, die einen wohlschmeckenden Tee hergeben sollen. Mangels heißen Wassers wird darauf jedoch nichts.

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Ich beim Canopying. Tarzan für Weicheier.

Anchließend lunger ich ein wenig in der Hängematte herum, lese ein bisschen und vertreibe die Zeit einfach damit in die Grüne Wand zu gucken. Hin und wieder sehe ich diverse Vögel vorbeiziehen. Unter anderem Tukane, die in der Luft nicht gerade elegant wirken, da sie ständig von ihrem voluminösen Schnabel nach unten gezogen werden. Dann gehe ich noch auf Erkungsungstour und finde diese Vogelnester:

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Aussicht aus der Hängematte (eine Art Fernsehersatz).

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Die Samen dieser Pflanze dienen als Seifenersatz. Die Häarchen kann man als Schmuck benutzen.

Abends komme ich zurück in die Lodge, die Jungspunde sehen sich ein Iron Maiden Video an. Hier kann ich mal wieder mit Legenden aus meiner Jugend punkten. Morgen habe ich vor weiter nach Copan Ruinas zu reisen. Heute morgen sind zwei junge US Bürger eingetroffen, die ebenfalls vorhaben nach Copan zu reisen. Also werden wir es zusammen bewerkstelligen. Auf dem linken Ohr höre ich zwar noch immer etwas eingeschränkt. Ich habe aber inzwischen mit vielen Menschen gesprochen, die beim Tauchen die gleichen Probleme hatten und meinten alle, ich solle einfach in eine Apotheke gehen, die Sachlage schildern und mir ein paar Tropfen holen. Was anderes wird in so einem Fall wohl auch nicht vom Arzt verschrieben. Wenns irgendwie geht, möchte ich mir die Krankenhaustortur ersparen. Da ich keine Schmerzen habe, lasse ich es drauf ankommen. Ich denke es ist lediglich Wasser tief ins Ohr eingedrungen und braucht ne Weile um zu entweichen.

02.11.2010

Heute war mal wieder reisen angesagt. Ich habe mich zwei US Bürgern angeschlossen, die ebenfalls nach Copan Ruinas fahren wollen. Die Busfahrt fürht über San Pedro Sula und trotz kurzer Wartezeit beim Umsteigen am Busterminal dauert die Reise gute 9 Stunden. Zunächst hben wir Glück, dass wir den letzten noch akzeptablen Bus von der Dschungel Lodge erwischen. Der Grund, meine Amrikanischen Reisepartner sind Out of Money und wollen mit Kreditkarte bezahlen, was im Dschungel nicht zu jeder Zeit möglich ist. Erstmal muss der Aparat von der Bank akzeotiert werden. Das dauert. Aber dann bekommen wir den letzten möglichen Chickenbus in Richtung La Ceiba. Im Bus gibt es ein Highlight. Denn ein Prediger ist an Bord. Ich verstehe zwar nur Bruchstückhaft was er von sich gibt, aber er verteufelt so ziemlich alles, ständig hört man was von Apocalyptica, Diabolo usw. Recht unterhaltsam. Die Einheimischen sind genervt. Im nächsten Bus ist es weniger unterhaltsam. Es steigen aber ständig Händler ein und wollen einen was zu futtern andrehen. Nicht schlecht, denn ich hatte noch kein Frühstück. Aber Bananenchips, Kaugummie uns Eis sind nicht so ganz das Richtige zum Frühstück. Nach vielen Stunden Fahrt erreichen wir den riesigen Busterminal in San Pedro Sula. Zum verirren kommen wir nicht, da unsere Absicht gleich erkannt wird und ein Schlepper uns zum richtigen Abfahrtort begleitet. Nach fünf Minuten Pause gehts gleich weiter. Gerade genug Zeit Pippi zu machen und meine Reisepartner plündern den Geldautomaten. Erhalten passenderweise nur 500 Lempira Scheine. Sie wollen im Bus zahlen, aber keiner ist in der Lage zu wechseln. Jedem Reisenden kann ich nur empfehlen, immer dafür zu sorgen, das ausreichend Kleingeld zur Verfügung steht. Im Bus gibts dann weitere Unterhaltung. Diesmal was bsonderes. Plötzlich steigt ein junger Clown ein und eine ältere FFrau, vermutlich seine Mutter bieten eine super Show. Leider verstehe ich nicht besonders viel. Aber die Art wie sie das Vortragen ist genial und auch ohne Sprachverständnis Unterhaltsam. Anschließend wollen sie natürlich Geld. Am Zielort angekommen werden wir wieder von Schleppern belagert. Da ich nach der Fahrt keine Lust habe mir ein Hostel zu suchen lasse ich mich vom Schlepper ins Zentrum fahren und inspiziere das Hostel. Auf dem Pickup treffe ich endlcih mal wieder ein paar Deutsche. Welche Wohltat mal wieder deutsch sprechen zu können. Die Amis lassen sich nicht auf das Spielchen ein und wollen lieber zu Fuß weiter gehen. Das Hostel erweist sich als Volltreffer. Alles Super sauber, der Preis stimmt und die Lage ist qauch genial. Also checke ich ein. Das deutsche Päarchen aus Münster läd mich zur Feier des Tages auch noch zum essen ein. Lea hat irgendwas eingekauft und ich muss noch nichtmal Kartoffeln schälen. Also alles super hier.

Ich habe sogar den Eindruck, dass die Fahrt in die höhere Lage meinem Ohr ganz gut getan hat. Für morgen habe ich einen Plnungstag eingelegt. Ich muss mal wieder Wäsche waschen und hier kann man einiges Unternehmen.



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